HÜNSDORF
JEFF KARIER

Xavier Bettel zu Besuch auf dem Hof der Familie Hoffmann, die seit elf Jahren Spargel anbaut und mit der Provençale einen starken Partner gefunden hat

Mit geschultem Blick und sicherer Hand stechen die Arbeiter des Landwirtschaftsbetriebes der Familie Hoffmann den Spargel, der auf einem Feld in Hünsdorf in der Gemeinde Lorentzweiler wächst. „Pro Tag kann der Spargel rund sieben Zentimeter wachsen“, erklärt Yves Hoffmann einem aufmerksam zuhörenden und interessierten Xavier Bettel.

Zufällige Begegnung

Der Premierminister war auf der Expogast auf den Betrieb, der als Partner der Provençale an derem Stand vertreten war, aufmerksam geworden und mit Jos Hoffmann sowie dessen Frau Annette ins Gespräch gekommen. Das Paar, das ihren Hof 2018 an ihren Sohn Yves übergeben hat, lud Bettel ein, sich ein Bild des Spargelanbaus zu machen. Dieser Einladung kam der Premierminister gestern nach und zeigte sich beeindruckt. Es sei eine wahre Freude zu sehen „wie kleine beziehungsweise mittelständische Betriebe sich mit großen Betrieben wie der Provençale zusammentun um lokale Produkte herzustellen und zu vertreiben.“ Denn ohne den Großfachhändler aus Leudelingen wäre die Erfolgsgeschichte des Hofes nicht möglich gewesen. 2011 war Georges Eischen, einer der Geschäftsführer der Provençale, bei einer Tour mit dem Rad auf die Spargelfelder aufmerksam geworden. Einen Tag später hatte er sich mit Jos Hoffmann getroffen, um über eine Zusammenarbeit zu sprechen. „Wir garantieren, 100 Prozent der Ware anzunehmen sowie einen Mindestpreis, der je nach Lage des Marktes aber auch höher sein kann“, erklärt Eischen. Dadurch gäbe man den Produzenten eine gewisse Planungssicherheit.

Investition in die Zukunft

Das ist auch dahingehend wichtig, da der Anbau von Spargel wie so oft in der Landwirtschaft eine Investition bedeutet, die erst Jahre später erste Einnahmen bringen. Denn Spargel kann man erst drei Jahre nach dem Anlegen der Felder ernten oder besser gesagt stechen. Die Pflanze muss sich erstmal über zwei Jahre entwickeln.

Während dieser Zeit wachsten zwar Stangen aus dem Boden. Diese werden jedoch stehen gelassen und erblühen. Dadurch stärkt man die Pflanze. Im Oktober werden die langen Stängel dann abgeschnitten. „Acht Jahre lang können wir Spargel ernten, dann nimmt der Ertrag der Pflanzen ab“, erklärt Yves Hoffmann, der bereits die vierte Generation des Betriebes verkörpert. Dann wird das Feld durchgepflügt und die Pflanzenüberreste gehäckselt. Anschließend kommen neue Spargelpflanzen in den Boden.

Weitere Erzeugnisse folgten

Sowohl Eischen als auch die Familie Hoffmann zeigten sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, die nun seit rund acht Jahren besteht. Mit dem Anbau begonnen hatte die Familie jedoch bereits 2008. Über die Jahre wurde die Anbaufläche nach und nach auf nun acht Hektar ausgebaut. „Pro Jahr produzieren wir rund 20 Tonnen“, erklärt der junge Landwirt. Hinzugekommen sind außerdem rund 2,5 Hektar Erdbeerfelder - Ertrag pro Jahr 15 bis 20 Tonnen - sowie eine noch überschaubare Menge an Himbeersträuchern.

All diese Erzeugnisse gehen exklusiv an die Provençale, die somit ihr Angebot an frischem Obst und Gemüse aus Luxemburg ausbauen konnte. Wie Eischen erklärt, habe man seither mit weiteren luxemburgischen Landwirten ähnliche Partnerschaften geschlossen. So findet man im Großhandel des Unternehmens unter anderem Salat, Kartoffeln und Möhren aus Luxemburg.