LUXEMBURG
REJKO KRÜGER

Am morgigen 11. April wird der Internationale Parkinsontag begangen. Auch in Luxemburg sind mehr als 1.000 Menschen von der Parkinson-Krankheit betroffen. Diese chronische Erkrankung hat viele verschiedene Ausprägungen und ihre Symptome können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Auch können die Symptome sich im Verlaufe der Erkrankung verändern. Dieses komplexe Krankheitsbild erfordert bei der Behandlung eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten und vielen anderen Partnern im Gesundheitswesen sowie jenen Wissenschaftlern, die Parkinson erforschen. Sämtliche an der Behandlung beteiligten Personen wie Orthophonisten, Ergotherapeuten, Kinesitherapeuten, Neurologen und Neuropsychologen sollten spezifisch geschult worden sein. Um die Behandlung der Patienten in Luxemburg zu verbessern, steht neuerdings mit „ParkinsonNet“ ein in den Niederlanden entwickeltes Konzept zur Verfügung, wie Prof. Dr. Rejko Krüger, Professor für Klinische und Experimentelle Neurowissenschaften und Koordinator des Projekts am „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) der Universität Luxemburg, erklärt:

„Es handelt sich hierbei um ein ganzheitliches Versorgungs-Netzwerk für Parkinson-Patienten. Dieses innovative Konzept hat bereits viel in den Niederlanden erreicht und wurde auch schon in weiteren Ländern erfolgreich umgesetzt. Einige seiner Vorteile sind: spezifische Schulungen für Gesundheitsfachkräfte, effizientere und maßgeschneiderte Behandlung, weniger krankheitsbedingte Komplikationen und Patienten, die sich erfolgreich für ihre Behandlung und ihre Gesundheit einsetzen. All dies führt zu einer deutlich höheren Lebensqualität der Patienten. Zudem zeigen Partner aus dem Gesundheitswesen eine größere Zufriedenheit dank der angebotenen fachspezifischen Fortbildungen. Und nicht zuletzt ergaben sich relevante Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem für die Behandlung der Parkinson-Krankheit. Die äußerst positiven Resultate des ‚ParkinsonNet‘ haben uns überzeugt, dieses Konzept, nach niederländischem Vorbild, auch in Luxemburg einzuführen. Der Aufbau des Netzwerks wird vom ‚Luxembourg Centre for Systems Biomedicine‘ der Universität Luxemburg geleitet.

Unser Ziel ist es, den Rahmen für die Förderung der multidisziplinären Zusammenarbeit auf nationaler Ebene zwischen den verschiedenen Gesundheitsfachkräften, die an der Behandlung von Parkinson-Patienten beteiligt sind, zu schaffen. Ärzte, Therapeuten, Forscher und Patienten bauen nun diese integrierte Versorgungsplattform auf, um ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen auszutauschen und um Behandlungen nach neuesten Forschungsergebnissen auszurichten. ‚ParkinsonNet Luxembourg‘ bietet bereits jetzt Schulungen an, um die Parkinson-Fachkompetenz von Gesundheitsfachkräften zu steigern, damit sie die entsprechenden Leitlinien korrekt umsetzen können.

‚ParkinsonNet‘ macht es möglich, kontinuierlich den Austausch zwischen Patienten und den Partnern im Gesundheitswesen zu verbessern und den Patienten als Teil des Teams miteinzubeziehen. Der Patient soll im Mittelpunkt des eng verbundenen Netzwerks stehen. Auf diese Weise wollen wir die bestmögliche Versorgung für alle Patienten gewährleisten.“

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite www.parkinsonnet.lu