LUXEMBURG
PATRICK WELTER

„Zusammenflüsse“ - Gemeinsame Veranstaltung von Naturschutzverbänden und -verwaltung

Allzu oft stehen Verwaltung und Naturschutz in verschiedenen Lagern, die einen müssen auch an die Belange der Wirtschaft und der Infrastruktur denken, die anderen sehen den Schutz der Natur als absolut vorrangig an. Dass diese Frontstellung nicht immer sein muss, beweisen Luxemburger Naturschutzverbände und Institutionen und Luxemburgische Ämter seit einigen Jahren.

120 Teilnehmer

In der letzten Woche veranstalteten natur&ëmwelt, das naturhistorische Museum, die Naturschutzverwaltung und das Wasserwirtschaftsamt zum achten Mal ein gemeinsames wissenschaftliches Kolloquium, dass sich unter dem Titel „Zusammenflüsse“ mit genau diesem Thema beschäftigte. An der Veranstaltung in Mertert nahmen mehr als 120 Zuhörern teil, die zu einem weiten Kreis von Interessenten gehörten. Nicht nur das Kolloquium alleine, sondern schon die Vorbereitung der Veranstaltung verstärkt die Kontakte zwischen den Organisatoren: Von der Themenauswahl bis hin zur Suche von in- und ausländischen Referenten. Eine Zusammenarbeit die sich seit neun Jahren bewährt. Da man gerne auf aktuelle Themen zurückgreift ergab sich das Thema im „Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser“ fast von alleine.

Wissenschaftliche Fachvorträge

Laut natur&ëmwelt unterstrichen fünf Fachvorträge die Bedeutung der Zusammenarbeit bei Gewässer- und Naturschutz.

Prof. Dr. Volker Zahner von der Hochschule Weihenstephan (Bayern) referierte über die Bedeutung die Rolle des Bibers für den Schutz anderer Arten und die Wiederherstellung der natürlichen „Gewässerdynamik“. Biber haben sich seit einiger Zeit wieder im Tal der Our angesiedelt.

Flusspartnerschaften

Was eine so genannte Flusspartnerschaft als Instrument zur Zusammenarbeit an Gewässern bedeutet wurde durch Frank Richarz (Naturpark Öewersauer) erläutert.

Auch Landwirtschaft und Naturschutz müssen nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen, wie ein Vortrag von Thierry Kozlik (LWK) über Verbesserungsmöglichkeiten der Kooperation zwischen Behörden und Landwirten zeigte.

Ein lange Zeit vernachlässigtes Thema ist die Wanderung von Fischen. Heute legt man Wert auf eine für die Fische zu bewältigende Durchgängigkeit, so ein Vortrag von Max Lauff (Wasserwirtschaftsamt). Der Abschlussvortrag von Frank Wolter, Direktor der Naturschutzverwaltung, beschäftigte sich mit dem Wichtigsten - der Bereitschaft zum Kompromiss.

Der praktische Teil des Kolloquiums führte von Manternach nach Mertert durch den Schluchtwald der „Manternacher Fiels“ entlang der Syr. Hier konnten aktuell errichtete Bauwerke, die die Wanderungen der Fische an einem Wehr ermöglichen sollen, genauer untersucht werden.