CLAUDE KARGER

Zwar hat die Auslandspresse nicht alles so genau geschnallt, was in den Dossiers „Bommeleeër“ und Geheimdienst-Affäre vor sich geht. Doch sie bringt es auf den Punkt: „Luxemburgs Geheimdienst - Affäre Juncker“ betitelt etwa die „Süddeutsche Zeitung“ online einen Artikel über die unglaubliche Geschichte, die „sich anhört wie ein James Bond-Film“: „Mitten drin in der Affäre befindet sich Jean-Claude Juncker. Als Premierminister ist er oberster Chef des Geheimdienstes und damit politisch für die Arbeit des Dienstes verantwortlich“.

Dabei hätte der Mann, selbst kein „Geheimdienstfreak“, wie er am vergangenen Freitag verriet, nichts dagegen, wenn jemand anders als der Staatsminister die Kontrolle über den SREL übernehmen würde. An wen er wohl dabei dachte? Vielleicht hätte Innen-, Großregion-, Polizei- und Armeeminister Halsdorf noch Zeit für den SREL? Oder aber der Wirtschaftsminister, der bereits mindestens einen Ex-Agenten beschäftigt? Aber so ein LSAP-Minister ist vielleicht nicht der Richtige. Nicht nur wegen der brisanten CSV-Geheimnisse, die möglicherweise noch beim SREL schlummern, sondern weil viele Sozis den Spitzeldienst am liebsten abschaffen würden. Also bleibt es dabei: Juncker mitten drin statt nur dabei.