LUXEMBURG
CAROLINE KNEPPER

Neuer Trend Unverbindlichkeit?

Eine neue Art der Beziehung, besser gesagt der quasi-Beziehung. Man ist Single und genießt doch die Vorzüge eines Paares. Geprägt von Unverbindlichkeit und einer Freiheit, die man noch nicht aufgeben möchte. Den Begriff „Friends with Benefits“ kennt heutzutage jeder, gemeint ist, wenn man befreundet ist und eben auch manchmal miteinander schläft.

Mingles gehen einen Schritt weiter. Man ist befreundet, unternimmt jedoch auch im Alltag vieles. Geht ins Kino, kocht abends zusammen, fährt in Urlaub und hat Sex. Wie gewöhnliche Paare es auch tun, nur ohne den Alltag, der durch das Zusammenleben entsteht. Und ohne die Verpflichtungen, die zum Paarsein dazugehören.

Flexibel sein

Der große Unterschied, man ist nicht offiziell zusammen. In der Außenwelt benimmt man sich wie ein Single, gibt sich als Single aus und hat keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber dem anderen. Mingles scheinen sich die Wartezeit auf den Einen, respektiv die Eine, den besseren Moment , die perfekte Zeit, mit jemandem zu versüßen , der doch nicht so ganz der Richtige ist. Es könnte doch noch jemand Besseres kommen. Oder der Moment stimmt nicht, um sesshaft zu werden. Vielleicht kommt noch ein besserer Job in einer anderen Stadt. Heute muss man flexibel sein, ständig und überall.

Da bleibt kein Platz zum Festlegen, weder im Leben noch in der Beziehung.

Ein Hauptgrund für eine Mingle-Beziehung ist oft Bindungsangst. Viele Menschen bekommen Beklemmungen, wenn sie nur daran denken, sich voll und ganz auf jemanden einzulassen. Da kommt diese Art der Beziehung gerade recht. Da ist jemand, man ist nicht alleine und doch hat man sich zu nichts festgelegt. Und kann bequem weiter Ausschau nach Neuem halten.

Theoretisch klingt das Mingleleben einfach, wenn beide einverstanden sind. Man hat die Vorzüge von beiden Seiten. Freiheit und Gemeinsamkeit. Oft wissen beide jedoch nicht, dass sie Mingles sind. Es kommt häufig vor, dass der eine davon ausgeht, eine Beziehung zu führen, während der andere die Freiheit und den Sex genießt, sich nach dem Motto „es geht noch besser“ erst gar nicht bindet. Da ist das Gefühlschaos vorprogrammiert.

Um dem vorzubeugen, gibt es nur eine Möglichkeit: Kommunikation. Von Anfang an klarstellen, was man will, wie man es will, wo man hinwill. Ehrliche und klare Ansagen.