LUXEMBURG
INGO ZWANK

Nach über 55 Jahren: Borgward meldet sich mit dem BX7 TS Limited Edition zurück

Borgward Fahrzeuge haben schon immer Geschichte geschrieben. Verbunden mit dem Glanz früherer Tage blicken wir nun in eine vielversprechende Zukunft“ - ja, man kann es durchaus als historischen Moment bezeichnen, als gestern im Großherzogtum Gerald Lautenschläger, Executive Director, zusammen mit Tomas Caetano, Executive Director Global Brand & Marketing, die Auferstehung der Marke „Borgward“ ankündigten, die sich mit Autodis in Esch/Alzette und CEO Marc Graas einen starken Partner für Luxemburg ins Boot geholt hat. Denn Borgward sei nun einmal Borgward, wie betont wurde. Deutscher Ingenieursgeist, technische Innovationen und internationaler Anspruch - dafür stehe der Name.

Bereits Ende der 1920er Jahre exportierte das Unternehmen und belieferte die polnische Post mit den Transport-Dreirädern „Goliath Standard“. In den Wirtschaftswunderjahren entwickelte sich die hanseatische Firma zu einem weltweit aktiven Player und positionierte drei Marken unter einem Dach: Den Kleinwagen „Lloyd“, die Pkw der unteren Mittelklasse und Lieferwagen „Goliath“ sowie die legendären Mittel- und Oberklasse-Pkw und Lkw der Marke Borgward.

Neustart 2015

1939 zählt Borgward zu den führenden deutschen Fahrzeugherstellern; die „Hansa“-Modelle erhalten alle den Namen „Borgward“. Ab Sommer ist der Borgward 2000/2300 der einzige Pkw, der bei Borgward produziert wird. 1961 dann scheidet Carl F.W. Borgward auf Druck des Bremer Senats aus dem Unternehmen aus. Es kommt zur Gründung der Borgward-Werke AG unter Führung des Senats. Im Sommer ’62 wird der Konkurs der Borgward-Werke AG erklärt. 1963 stellen einige ehemalige Borgward-Mitarbeiter die letzten 23 „Isabella“ fertig, die noch unvollendet auf den Bändern im Werk stehen. 2005 arbeitet Christian Borgward, Enkel von Carl F. W. Borgward, an der Wiederbelebung der Marke Borgward, 2008 kommt es zur Gründung der Borgward AG. 2015 erfolgt die Gründung der Borgward Group AG mit Sitz in Stuttgart. Nach über 50 Jahren tritt Borgward wieder in den Kreis der Automobilhersteller. Die Marke präsentiert sich - erstmals seit 1960 - auf dem Genfer Automobilsalon - und gestern in Luxemburg mit dem BX7 TS Limited Edition. „Mit neuen, zukunftsweisenden Modellen, ansprechendem Design und umfänglichen Konnektivitäts-Features. Der BX7 TS Limited Edition vereint die Borgward Markenwerte mit moderner Technik“, sagte Caetano. Und die Autopresse durfte im BX7 TS auf die Teststrecke.

SUV sind gefragt in Luxemburg, das ist bekannt, und sicherlich auch solche vom Format des Borgward BX7. Der 4,72 Meter lange Borgward positioniert sich im C-Segment, konkurriert also mit einem VW Tiguan, einem Mercedes GLC und einem Ford Kuga - und er glänzt mit Vollausstattung. Dazu gehören neben einer passend hochwertigen Lederausstattung und Multimediasystem auch etliche Assistenz- und Sicherheitssysteme, darunter Totwinkelwarner und Verkehrszeichen-Erkennung. Den Preis gibt Borgward mit 44.200 Euro an, „wobei hier auch ein absolutes Top-Service-Paket hinzukommt, von Garantie über Reifen wird alles dabei sein“, wie Carlos Sousa, Markenmanager Borgward Luxemburg erklärt.

Nach Luxemburg kommt der Borgward BX-7 TS Limited in der Topmotorisierung mit einem Turbo-Benziner (zwei Liter Hubraum, 224 PS). Der Benziner kommt standardmäßig mit Allradantrieb und Sechsgang-Wandlerautomatik. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 8,9 Litern/100 km (kombiniert) an, den CO2-Ausstoß mit 212 g/km. „Der BX7 erfüllt die Abgasnorm Euro 6b. Einen Diesel wird es auch in Zukunft nicht geben, dafür aber ab 2019 eine Elektroversion, den BX-i7“, wie Caetano erklärt.

Aus dem Stand kommt der SUV eigentlich gut weg, die Beschleunigung bis Tempo 100 ist für ein rund 1.900 Kilo schweres Auto ordentlich. Übersteigt die Anzeige auf dem digitalen Drehzahlband aber 4.000/4.500 Umdrehungen, fängt der BX7 etwas an zu „keimen“, wodurch knackige Zwischenspurts ausbleiben. Kinderkrankheiten? Nun ja, sicherlich kann und muss man hier und da noch etwas nachbessern, auch die „Kantenverarbeitung“ bei den Lampen lässt etwas zu wünschen übrig. Das Innenleben wirkt aber passend hochwertig, wird dem Premium-Anspruch gerecht und ist aufgeräumt, Platz ist genügen vorhanden, auch im Kofferraum.

Eigener Sicherheitstest

Was die Sicherheit angeht, gibt es eigentlich nichts zu mäkeln. In Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland ließ Borgward den BX7 in einem NCAP-zertifizierten Crashlabor gegen die Wand fahren. Da der Wagen (bis jetzt) nur in einer limitierten Serie auf den Markt kommt, bleibt dem SUV die Teilnahme beim Euro-NCAP-Crashtest verweigert, da hier nur Baureihen ohne Limitierung getestet werden. „Umso mehr freuten wir uns natürlich, dass die guten Ergebnisse belegen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, wie Caetano sagte.

Baubeginn für die „i-Variante“ soll übrigens 2019 sein, ein erstes Modell soll der BX-i7 werden, ein vollelektrisches SUV mit rund 300 Kilometer Reichweite.