NÜRBURG
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Die Ansprüche der Kunden steigen – Sanitärwagen statt Plumpsklo

Ob die Besucher des Nationalfeiertags, Festival-Fans oder Rockstars - sie alle müssen einmal. Während die einen an ganz normalen Kabinen-Klos anstehen, bekommen die anderen mobile Luxusvarianten aus teurer Keramik und mit Bildschirmen. So auch jetzt wieder bei den Festivals „Rock am Ring“ in der Eifel. Das Geschäft mit dem Geschäft ist ein Millionengeschäft - und hat in der Freiluft-Saison Hochsaison. In Luxemburg läuft es vor allem wegen des boomenden Bausektors gut.

Spülklo statt Plumspklo

Allein in Deutschland sind über 200.000 Kabinen-Klos im Einsatz, in Luxemburg rund 3.000. Die Branche macht Umsatz mit kleinen Dixi-Klos, aber auch mit feinen Sanitärwagen. Die Zeit der Bretterbuden ist vorbei. So erhielten Stars bei „Rock am Ring“ im VIP-Bereich am Nürburgring Anfang Juni edle Sanitärwagen. Für die Bands „Foo Fighters“ und „Thirty Seconds To Mars“ beispielsweise sollten laut der verantwortlichen Firma Sani „teure Keramikanlagen“ zur Verfügung stehen - neben Duschabtrennungen aus Glas sowie Bildschirmen mit der Live-Übertragung des Festivals über den Waschbecken. Da scheint das Kunststoff-Klo mit fiesem Geruch weit weg.

Für die Festivalbesucher selbst gab es rund 800 mobile Toiletten - plus zahlreiche Sanitärstationen mit jeweils bis zu 100 Spültoiletten und Urinalen. Niemand soll mehr in die Büsche machen. Viele Besucher warten lieber auf eine Spültoilette als auf ein Plastik- zu gehen. Mobile Toiletten werden nicht nur für Festivals genutzt, sondern auch für große Events.

Soldat mit Idee

Medienberichten zufolge hat der US-Soldat Fred Edwards 1973 in Deutschland das erste moderne mobile Klo in Europa gebastelt - und es „Dixi“ genannt. Zehn Jahre später kam die Konkurrenz „Toi Toi“ auf den Markt. 1997 fusionierten beide Marken zur Adco-Unternehmensgruppe. Diese ist heute nach eigenen Angaben Weltmarktführerin für mobile Sanitärlösungen. Ihr Sitz liegt in Ratingen bei Düsseldorf. Viele verwenden die Bezeichnung Dixi für mobile Toiletten aller Hersteller, was an Tempo-Taschentücher und Tesa-Film erinnert. Die Toiletten stellt die Adco-Tochter HMT in Gerstung bei Eisenach im Rotationsverfahren aus Polyethylen her.

2016 verbuchte Adco laut dem Bundesanzeiger einen Umsatz von 317,8 Millionen Euro. Bereinigt um Effekte des damals neuen Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes waren das 33,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das Konzernergebnis verringerte sich um 2,2 Millionen Euro auf 23,8 Millionen Euro im Jahr 2016. Die Geschäftszahlen für 2017 finden sich noch nicht im Bundesanzeiger.

Größter Geschäftsbereich der Branche bleiben aber Baustellen. Der Bausektor brummt, das beflügelt die Anbieter mobiler Toiletten. Ein Sondereffekt war die Flüchtlingskrise. Weitere Einsatzgebiete für mobile Toiletten: Militärgebiete. Auch Soldaten müssen mal.

Tipps zur Miete eines Toilettenwagens

Wichtig ist die Zahl der Gäste, die erwartet werden. Neben einfachen Toiletten gibt es auch Sanitärwagen, aber die brauchen einen Frischwasser- und Stromanschluss sowie Zugang zum Abwasser und eine behördliche Genehmigung. Soll es etwas mehr Luxus sein? Licht, Heizlüfter, Schlösser, Kranhaken oder Haftungsbefreiung sind zubuchbar. Mit dem Mietunternehmen muss die Anlieferung, die Miete, die Zwischen- und Endreinigung, die Abholung und die Zertifizierung für die Entsorgung der Fäkalien besprochen werden. Denn die Vermieter müssen den Inhalt in einem Klärwerk reinigen lassen. Die Preise hängen von der Dauer und anderen Faktoren ab und können stark schwanken. Deshalb ist es sinnvoll, mit mehreren Veranstaltern zu sprechen.
Foto: Polysan - Lëtzebuerger Journal
Foto: Polysan

Des chantiers aux champs

La societé Lamesch répond aux besoins pressants avec une large gamme de toilettes mobiles

Qu’il s’agisse de toilettes ou de remorques sanitaires, le catalogue de Lamesch comporte cinq références pour répondre aux demandes aussi bien d’organisateurs d’évènements que de gestionnaires de chantiers.
Car c’est là que se trouve la base du marché: la loi luxembourgeoise impose en effet la présence de toilettes mobiles sur les chantiers. Compte-tenu de la forte activité en la matière au Grand-Duché, ce segment pèse donc lourd dans la demande en solutions de toilettes mobiles. «Lamesch compte 1.200 toilettes de chantier sans compter toutes les autres», explique au «Journal» la directrice commerciale de l’entreprise basée à Bettembourg, Nathalie Hiegel. Quant au coût de la location, il varie évidemment en fonction du modèle choisi, de son emplacement et évidemment de la durée du contrat. «Cela va de la location en heures à celle en semaines», résume Nathalie Hiegel. Quoi qu’il en soit, Lamesch assure la vidange, le nettoyage et l’approvisionnement en papier hygiénique une fois par semaine.

Les WC autonomes sont demandés
Pour le grand public, les toilettes mobiles sont surtout utilisées lors d’évènements de masse. Là, la palette des produits est nettement plus vaste: il va du simple urinoir mobile à la remorque divisée en espace pour les hommes et un autre pour les dames. Raccordables aux réseaux d’eau, d’évacuation et d’électricité, ces roulottes équipées varient de 4,50 à 6 mètres de longueur.
Lamesch remarque par ailleurs une demande accrue pour les WC autonomes. Leur particularité? On peut les placer en plein champ sans raccordement à l’eau ni aux égouts. Et si dans les pays voisins on voit apparaître çà et là des toilettes mobiles sèches où les besoins naturels sont enfouis sous des copeaux de bois, Lamesch n’en propose pas au Luxembourg. «Pour le moment, il n’y a pas de demande spécifique», ajoute notre interlocutrice.Catherine Kurzawa

lamesch.lu

Der Weltmarktführer in Luxemburg

Adco ist nicht nur der Marktführer in Deutschland für mobile Toiletten, sondern auch hier aktiv. In Mersch sitzt das 1981 gegründete Unternehmen Polygone, das in vielen Bereichen aktiv ist und zunächst ab 1995 Mobiltoiletten der Marke „Dixi“ durch eine Kooperation mit Adco Belgien vermieten konnte. Das Angebot wurde auch nach Lothringen ausgeweitet. 2007 gründete Polygone dann die Tochter Polysan mit Adco, an der Adco die Mehrheit hält. Polysan ist auf die Vermietung von Toiletten spezialisiert. Es bietet die gesamte Palette der „Dixi“- und „Toitoi“-Toiletten an und hat seinen Sitz auf dem Gelände der Muttergesellschaft in Mersch. Verglichen mit der Mutter Polygone, die rund 200 Mitarbeiter beschäftigt und eine Vertriebsstelle in Belgien unterhält, ist Polysan mit 18 Mitarbeitern eine kleine Struktur – doch sehr aktiv. Immerhin ist sie für rund 2.000 mobile Toiletten zuständig. Deren Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht.
Mittlerweile ist Polysan Marktführer im Bereich mobiler Toiletten in Luxemburg. Auch die Dichte ist beeindruckend: Statistisch gesehen steht eine mobile Toilette des Unternehmens auf jedem Quadratkilometer. Die meisten mobilen Toiletten werden an den boomenden Bausektor vermietet. Die Mobiltoiletten halten bis zu zehn Jahre. Entleert werden sie einmal wöchentlich durch Polysan. Damit es beim stillen Geschäft nicht so riecht, geben die Verleiher ein Parfum dazu, das rund eine Woche hält. Dann geht der Inhalt ins Klärwerk und die Toilette wird wieder einsatzbereit gemacht.