Vielen wird die „Dragon Quest“-Reihe bekannt sein, verbindet man damit doch Namen wie Square Enix oder Akira Toriyama. Bisher fanden nur neuere Teile der Serie sowie einige Remakes Zugang zum europäischen Markt. Rezent wurden außerhalb der japanischen Grenzen aber nur noch Titel auf den mobilen Betriebssystemen Android und iOS veröffentlicht. So erreicht das 1986 veröffentlichte „Dragon Quest I“ nun erstmals Europa.
Die Story des Spiels ist recht banal: Der Bösewicht Dragonlord bringt sehr viel Unheil über das Königreich, indem er ein Artefakt stiehlt, das für Frieden und Wohlstand sorgt. So erscheinen Monster im ganzen Königreich, die alles angreifen, was ihnen in die Quere kommt. Doch damit nicht genug: Der Dragonlord greift das Schloss des Königreiches ein zweites Mal an und entführt die Prinzessin. Aufgabe des Spielers ist es nun, die Prinzessin zu retten und den Dragonlord zu besiegen.
Begeistert Liebhaber von Rollenspielklassikern
Strikt genommen ist das Rollenspiel nicht linear, da man zu jedem Zeitpunkt überall hingehen könnte. Jedoch stirbt man in manchen Gebieten recht schnell, wenn die Stufe des Protagonisten nicht hoch genug ist. Während man durch die Landschaft oder Höhlen läuft, muss man gegen plötzlich erscheinende Monster rundenbasierte Kämpfe austragen. Ist man siegreich, erhält man Erfahrungspunkte und Gold. Mit Gold kann man sich Waffen, Rüstungen und andere nützliche Gegenstände kaufen.
Die Grafik des Spiels ist nach wie vor komplett zweidimensional, und das ist gut so! Dadurch bleibt das Gefühl erhalten, dass man ein klassisches Rollenspiel spielt. Verbesserungen erkennt man vor allem daran, dass die Grafik viel detailreicher und farbenfroher ist. Die Charaktere, die von Akira Toriyama entworfen worden sind, wirken mal süß, wie zum Beispiel der Schleim, dem sich die vielen Merchandise-Artikel widmen, mal Furcht einflößend. Ein weiterer Zuckerbissen ist der Soundtrack, der eigens für das Spiel komponiert wurde. Die 8-Bit-Sounds der 1986er-Version wurden deutlich aufgebessert.
Repetitives Spielprinzip
Um weiterzukommen, muss man die Stufe seines Charakters durch Kämpfe erhöhen. Dies scheint für Rollenspieler eine gängige Praxis zu sein, kann aber für genrefremde Menschen sehr repetitiv sein. Ein einfacher Schwierigkeitsgrad könnte dem vorbeugen. Ein bedeutender Unterschied zu modernen Rollenspielen ist, dass es oft nicht ersichtlich ist, wohin man als Nächstes gehen soll, sodass man teilweise länger umherirrt, bevor man den Anschluss wiederfindet. Für ein japanisches Rollenspiel ist der Umfang recht klein, dennoch beschäftigt einen die Hauptstory mindestens zehn Stunden. Alles in allem ist „Dragon Quest I“ ein gelungenes Remake, was dem Original in keiner Weise nachsteht. Für 2,69€ kann man es sich auf Google Play oder im Appstore kaufen und herunterladen.





