LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Nach gutem Jahr 2013 strebt Banque Raiffeisen eine Konsolidierung auf hohem Niveau an

Als „Jahr mit vielen Erneuerungen“ qualifizierte Guy Hoffmann, Vorstandspräsident der Banque Raiffeisen, gestern die Geschäftsperiode 2013, die trotz eines schwierigen allgemeinen Umfeldes und eines reduzierten Wirtschaftswachstums für die flächendeckend etablierte luxemburgische Genossenschaftsbank ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis gebracht habe. Besonders schwer zu schaffen machten der vorwiegend im klassischen Finanzierungsgeschäft tätigen Bank vor allem die niedrigen Zinserträge, obwohl die Kreditvolumen sogar leicht gesteigert und die Bilanzsumme noch einmal um 1,2% gesteigert werden konnte.

Marktposition verteidigt

Ganz besonders stolz ist man bei der Raiffeisenbank, die ihre konkreten Zahlen erst im Rahmen der Generalversammlung am 14. Mai dieses Jahres veröffentlichen wird, auf den erneuten Anstieg der Kreditvergabe an die luxemburgische Wirtschaft, der mit einem Plus von 5,8% den etablierten Platz der Bank in ihrem heimischen Umfeld dokumentiert habe.

Demgegenüber hätten die Kundeneinlagen auf dem bisherigen Niveau stabilisiert werden können, wobei der Zuwachs der durch die einheimischen Kunden getätigten Einlagen den Kapitalabzug durch die auswärtigen Anleger habe kompensieren können, wie Guy Hoffmann unterstrich. Einer Umfrage zufolge konnte die Raiffeisenbank ihren ersten Platz in Luxemburg hinsichtlich Kundenzufriedenheit und -treue behaupten.

„Jahr der Erneuerungen“

Gleich auf mehrere Bereiche erstrecken sich die Erneuerungen, die von der Banque Raiffeisen im vergangenen Jahr realisiert werden konnten. Als wichtigsten Punkt muss man wohl die Übersiedlung in den neuen Verwaltungssitz in Leudelingen bezeichnen, der über die Sommermonate erfolgte und mit der offiziellen Eröffnung am 21. Oktober 2013 definitiv abgeschlossen werden konnte. Rund 300 Mitarbeiter der Bank sind seither am südlichen Rand der Hauptstadt tätig, eine Büroreserve hält Platz für weitere Beschäftigte frei. Sowohl vom Timing als auch vom finanziellen Rahmen her habe man die Vorausplanung absolut respektieren können, so Guy Hoffmann, der in diesem Zusammenhang unterstrich, der neue Firmensitz sei zwar angenehm, aber nicht protzig und zeige deutlich, dass man das eigene Geld genau so umsichtig handhabe wie die Einlagen der Kunden.

Bereits Ende März 2013 hatte die Umstellung des Informatiksystems abgeschlossen werden können, mit der man sich sogar bei der Konkurrenz Bewunderung eingehandelt habe. Parallel dazu sei auch das Re-Looking der Bank inklusive Medienauftritt und elektronisches Banking erfolgt, während das neue Logo unter dem Motto „Meng Bank“ für mehr Sichtbarkeit in den verschiedenen Kundenschichten sorgen soll.

Zum Erneuerungsprozess gehört aber auch die Schaffung von zwei Geschäftsniederlassungen im hauptstädtischen Bahnhofsviertel, sowie in Leudelingen, während für die Niederlassungen in Merl, Düdelingen und Ettelbrück neue Räumlichkeiten geschaffen und die Agentur in Saeul einer Renovierungskur unterzogen wurde. Im Interesse einer Qualitätssteigerung der Dienstleistungen wurde der Mitarbeiterstab um 30 Plätze auf nunmehr 580 erhöht.

Jahresergebnis leicht verbessert

Auch wenn die Banque Raiffeisen ihr Rekordergebnis von 2012 nicht wiederholen konnte, in dem allerdings ein außergewöhnlicher Ertrag enthalten war aufgrund der Restrukturierung des Beteiligungsperimeters, so konnte das auf dem operativen Geschäft beruhende Nettoresultat im vergangenen Jahr doch noch einmal um 2,1% auf 17,2 Millionen Euro gesteigert und somit der gute Entwicklungskurs der Bank bestätigt werden. Guy Hoffmann sieht darin ein klares Zeichen dafür, dass die Raiffeisenbank, die sich als „moderne Hausbank“ versteht, ihren Weg auf einem soliden Fundament weiter gehen kann.

Zuversicht überwiegt

Weil sie ihre Energie vollständig auf die weitere Entwicklung konzentrieren kann und sich nicht mit finanziellen Altlasten herumplagen muss, wie es bei vielen anderen Instituten der Fall sei, sieht Guy Hoffmann die Zukunft der Raiffeisenbank denn auch eher zuversichtlich. Genaue Perspektiven für 2014 zu definieren sei zwar schwierig, weil angesichts der bescheidenen Zinserträge eine Ertragssteigerung allenfalls von höheren Volumina abhängig bleibe und ebenfalls die allgemeine Wirtschaftsentwicklung maßgeblich sei für die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen.

Das Jahr 2014 habe man denn auch mit einem moderaten Optimismus begonnen, der auf die sichere Eigenkapitalbasis der Bank und auf eine realistische Einschätzung der eigenen Entwicklungs- und Erneuerungskraft aufbaue, so Guy Hoffmann.

Dieser ließ im übrigen den Vorwurf einer von den Banken verordneten Einschränkung der Kreditvergabe nicht gelten, sondern betonte, das zum Teil rückläufige Kreditvolumen müsse vielmehr im Zusammenhang mit einer stagnierenden Nachfrage begründet werden, die wiederum auf die Unsicherheit in Wirtschaft und Gesellschaft zurückzuführen sei. Für die Raiffeisenbank selbst würden die gleichen Kriterien und Bedingungen gelten wie seit Jahren.