GRÜNEWALD
DANIEL OLY

Schutz der Wälder - Das neue Waldgesetz wurde vorgestellt

Umweltministerin Carole Dieschbourg hat gestern gemeinsam mit der Natur- und Forstverwaltung ANF das neue Gesetz für einen nachhaltigeren, gesunden und modernen Wald vorgestellt. Gleichzeitig wurde auch noch einmal kurz Bilanz des Zustands der Wälder Luxemburgs gezogen; so habe sich die Situation mit Blick auf die Waldgesundheit im vergangenen Jahr zwar nicht merklich verschlechtert, aber der Zustand sei nach wie vor nicht besonders gut. „Weil es keine merkbare Verbesserung der Situation gab, trotz einer sehr guten Verwaltung und Arbeit in den Wäldern, braucht es einen nochmals stärkeren Schutz vor Zerstörung, Lärm, Feuer, Schädlingen und anderen Faktoren“, betonte die Umweltministerin deshalb gestern.

Es gelte, die natürliche Vegetation zu erhalten und zu fördern. Das bedeute eher Laub- als Nadelholz. Und gerade mit Blick auf den Klimawandel müssten angepasste Arten stärker gefördert werden. Ein Kahlschlag über 0,5 Hektar sei indes nicht wirtschaftlich und deshalb zwar nicht verboten, aber auch nicht ratsam. „Naturnahes Arbeiten ist besser und wirtschaftlicher“, meinte sie. Zum wichtigen Prinzip der Zukunft des Waldes werde damit das „Dauerwaldprinzip“, das keine Ruhe-, Wachstums- oder Abholzungsphasen mehr kenne. Auch der bessere Schutz vor Katastrophen wird im neuen Gesetz verankert.

Arbeit seit 2014

35 Prozent Luxemburgs ist mit Wald bedeckt; 52 Prozent davon sind weiterhin Privatwälder. „Wälder spielen immer noch eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft, aber diese Rolle hat sich dramatisch zu seinen Ursprüngen verändert“, meinte Dieschbourg. Die bisherige Gesetzeslage trage dem schon seit geraumer Zeit nicht mehr Rechnung. „Vor Jahrzehnten wäre es recht unvorstellbar, dass Menschen den Wald als Fitnessraum betrachten oder ihn per Mountainbike durchqueren“, führte sie als Beispiel an. Der Wald sei inzwischen Erholungs- und Fitnessort und ein wichtiger Alliierter im Kampf gegen den Klimawandel. „Deshalb bieten wir jetzt einen modernen, ökologischen Kader, der dem Wald den nötigen Stellenwert einräumt.“

Die Maßnahmen des Projektes, das schon zwischen 2014 und 2015 mit ersten Beratungen im Rahmen des „Programme Forestier National“ begann und mit einer Konsultationsdebatte in der Abgeordnetenkammer am 10. März 2016 an Fahrt gewann, setzen sich klare Ziel: Mehr Biodiversität und ein gesünderer Wald. „Ganz wichtig ist uns auch, dass die Fläche beibehalten wird“, erklärt Dieschbourg. Die derzeitige Überwachung der Waldgesundheit sei ein weiterer wichtiger Punkt. Eine nachhaltige Nutzung stehe ebenfalls im Fokus. „Der Wald ist auch ein wirtschaftlicher Faktor; er bietet Rohstoffe und Arbeitsplätze“, meinte sie.

Deshalb vereinfache das Gesetz viele Schritte, informiere besser über Hilfen und Förderungen; „Insgesamt geben wir der erfolgreichen Verwaltung unserer Wälder damit einen positiven, modernen Kader“, meinte die Ministerin. Dazu gehöre auch erstmals eine klare Definition eines Waldes, aber auch das Recht auf Wald- und Naturwege. „Das hatten wir bislang noch nicht als Garantie“. Auch Waldbesucher werden stärker in Verantwortung gezogen. Die neuen Maßnahmen seien derweil zweigeteilt: Jene, die für alle Wälder des Großherzogtums gelten, und solche, die sich nur auf die Wälder in öffentlicher Hand beschränken; „hier wollen wir mit besonderen Maßnahmen eine Vorzeigerolle einnehmen, um zu zeigen, dass eine nachhaltige Waldwirtschaft auch wirklich machbar ist.“