LUXEMBURG
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Abgeordnetenkammer: 57 Ja-Stimmen für Neubau des Ettelbrücker Bahnhof

Während den gestrigen Debatten drückten zwar eine ganze Reihe von Abgeordneten ihr Bedauern aus, dass der alte, historische Bahnhof von Ettelbrück jetzt abgerissen wird, doch schlussendlich stimmten nur die drei adr-Abgeordneten gegen den Neubau der Ettelbrücker Gare. Damit steigt Ettelbrück zum multimodalen Knotenpunkt der „Nordstad“ auf, der den Reisenden bessere Umsteigemöglichkeiten bieten soll.

Die in der Vereinigung „Ettelbréck 21“ organisierten Gegner eines Neubaus hatten bis zuletzt gehofft, die Abgeordneten doch noch umstimmen zu können. In einer Mitteilung spricht „Ettelbréck 21“ dann auch von einem Trauerspiel, das noch einmal aufzeige, wie ernst die politisch Verantwortlichen hierzulande den Denkmalschutz nehmen würden.

156,5 Millionen Euro für Gesamtprojekt

Der Gesetzesentwurf, der mit 156,5 Millionen Euro zu Buche schlägt und über den Schienenverkehr- und Straßenbaufonds finanziert wird, umfasst daneben auch noch die Neugestaltung des ganzen Bahnhofsgeländes. So soll ein über 300 Meter langer Stadttunnel gebaut werden, ein neuer Busbahnhof sowie ein Park-and-Ride-Parkhaus mit 450 Stellplätzen. Die Anbindung der Züge an die Busse soll derweil verbessert werden, wie Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng) gestern unterstrich. Die Arbeiten am neuen Ettelbrücker Bahnhof sollen 2016 anfangen und sich über fünf Jahre erstrecken.

Kein Ausbau der N7 auf vier Spuren

Auf dem Programm der gestrigen Tagesordnung des Parlaments stand dann auch noch eine Interpellation des CSV-Nordabgeordneten Aly Kaes, der sich zum wiederholtesten Male für einen Ausbau der unfallreichen und oftmals gefährlichen N7 zwischen „Fridhaff“ und „Wemperhardt“ auf vier Spuren sowie den Bau einer kalifornischen Mauer aussprach.

Der CSV-Abgeordnete s verwies auch gestern wieder auf die kalifornischen Mauer zwischen Bridel und Kopstal, die dafür gesorgt habe, dass auf dieser ehemals so gefährlichen Strecke inzwischen fast keine Unfälle mehr passieren würden. Eine entsprechende, von Kaes eingereichte Motion wurde gestern aber von einer Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt. Wie Infrastrukturminister Bausch unterstrich, werde ein vierspuriger Ausbau der N7 zu teuer; die Regierung wolle aber stattdessen in den nächsten Jahren rund 85 Millionen Euro in neue Sicherheitsmaßnahmen entlang der Nationalstraße investieren, so zum Beispiel in die Umgehungen von Hosingen und Heinerscheid.