ETTELBRÜCK
SVEN WOHL

Neue Kläranlagen sollen Luxemburgs Flüsse schützen

In den vergangenen Monaten mehrten sich die Berichte bezüglich verschmutzter und verunreinigter Gewässer. Die beiden DP-Abgeordneten Gusty Graas und André Bauler stellen in ihrer gemeinsamen parlamentarischen Anfrage fest, dass in Ettelbrück auf Höhe des Patton-Monuments seit Jahren ungeklärtes Abwasser in die Sauer laufe. Laut Presseberichten soll das Abwasser aus einem Überlaufbecken stammen, das mittlerweile obsolet ist und durch eine modernere Infrastruktur ersetzt werden sollte. Dabei handele es sich bei der Situation in Ettelbrück keineswegs um eine Seltenheit.

Drei Abflüsse werden entfernt

In ihrer Antwort schildert Umweltministern Carole Dieschbourg, dass aktuell tatsächlich hier an einer modernen Infrastruktur gearbeitet wird. Diese ist unter dem Namen „Ierpeldénger Dräieck“ bekannt. Seit 2017 wird daran gebaut und die Arbeiten sollen bis September diesen Jahres abgeschlossen sein. Die Kosten beliefen sich auf 4,84 Millionen Euro, wobei der „Fonds pour la gestion de l‘eau“ hier 1.959.902 Euro beisteuerte. Das „Syndicat des eaux résiduaires du Nord“ (SIDEN) soll für die Betreibung dieser neuen Infrastruktur verantwortlich sein. Durch das Projekt sollen drei Abflüsse nicht mehr notwendig sein. Das erste befinde sich direkt beim neuen Becken und ist verantwortlich für die oben beschriebenen Zustände. Das zweite befindet sich in Erpeldingen auf der Sauer und das letzte ist innerhalb des Netzes der Stadt Ettelbrück zu finden. Die Ministerin klärt weiter darüber auf, dass der Unterhalt und der Bau solcher Infrastrukturen in erster Linie in den Aufgabenbereich der Gemeinden fällt.

Eine Modernisierung besagter Infrastrukturen obliegt dementsprechend ebenfalls den Gemeinden.

Laut den letzten Zahlen des STATEC sind weiterhin 8.101 Einwohner Luxemburgs nicht an eine Kläranlage angeschlossen. Allerdings werden deren Abwässer in privaten Klärgruben aufgefangen, ehe sie in die Kanalisation oder in die Natur weitergeleitet werden.

Die Ministerin weist weiter darauf hin, dass private mechanische Klärgruben nicht den Normen entsprächen und durch biologische Kläranlagen ersetzt werden müssen oder an das Gemeindenetz angeschlossen werden müssen, wo eine solche Anlage vorhanden sei.