LUXEMBURG
SVEN WOHL

„English Teachers‘ Day“ feiert zehnte Ausgabe

Bereits zum zehnten Mal wurden gestern der „English Teachers‘ Day“ von der „Association luxembourgeoise des enseignants d’anglais“ (ALEA) in Luxemburg organisiert. Im „Lycée Aline Mayrisch“ konnten sich die Englischlehrer Luxemburgs in Workshops weiterbilden, Keynote-Reden hören und didaktische Material von unterschiedlichen Verlagshäusern unter die Lupe nehmen. Wir suchten im Vorfeld das Gespräch mit Chris Pesch, einem der Organisatoren des Events.

Welchen Herausforderungen müssen sich die Englischlehrer aktuell stellen?

Chris Pesch Die Programme des „Enseignement General“ wie auch „Enseignement Classique“ werden in der dafür zuständigen Kommission überarbeiten. Da befinden wir uns in einem ständigen Prozess, die Programme der Aktualität anzupassen. Dazu kommt die Digitalisierung der Schulen. Unser erster Keynote-Sprecher Pete Sharma wird das Konzept „blended learning“ ansprechen, wo es darum geht, wie man den „online classroom“ mit dem klassischen Klassenzimmer verbinden kann. Wir versuchen jedes Jahr mit Hinblick auf diese Herausforderungen Weiterbildungsmöglichkeiten beim „English Teachers‘ Day“ anzubieten.

Welchen Stellenwert genießt das Englische bei den Schülern?

Pesch Das ist ziemlich unterschiedlich. Unter unseren Schülern, die wir zum ersten Mal auf der 6ième-Stufe begegnen, finden wir viele „false beginners“ vor. Das sind Schüler, die zwar zum ersten Mal schulisch mit der englischen Sprache in Kontakt treten, die jedoch die Sprache schon auf eine gewisse Art bereits kennen. Das liegt auch daran, dass sie Youtube nutzen, Netflix kennen und Videospiele zocken. Sie sind einfach mehr in der Sprache drin.

Wir haben allerdings auch Schüler, bei denen das absolut nicht der Fall ist. Für die ist das Englische genau so eine neue Sprache wie es für uns vor 20 oder 30 Jahren war. Andererseits merken wir, dass sie relativ schnell Fortschritte machen. Ab 4ième haben die Schüler dann bereits ein relativ hohes Niveau erreicht. Das macht das Sprachenlernen auch interessant für die Schüler, da sie merken, dass sie relativ schnell vorankommen.

Die englische Sprache wird von den Schülern als „cool“ empfunden. Dem Französischen wird von einigen Schülern relativ früh ein negativer Stempel aufgedrückt - dieses Manko findet man hier weniger.

Wie wirkt sich der Brexit auf den Englischunterricht aus?

Pesch Der Brexit hat weniger einen Einfluss auf den Unterricht der Sprache an sich. Doch auf den höheren Stufen, vor allem wenn die Examen vorbereitet werden, sind Themen wie Brexit und andere politische Ereignisse interessant für die Schüler. Die können Bestandteil mündlicher und schriftlicher Examen sein.

Uns Lehrern bereitet der Brexit einige Sorgen. Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass bei den Schülern eine große Unsicherheit, wenn es um ein Studium in Großbritannien geht, entstanden ist. Die Zahl der daran interessierten Schüler ist rückläufig. Dabei sind wir auf Schüler angewiesen, die Englisch in Großbritannien studieren, weil wir auch neue Englischlehrer brauchen.

Was sollte das Resultat des „English Teachers‘ Day“ sein?

Pesch Wir zählen immer um die 150 Teilnehmer. Sie kommen auch, weil wir Experten aus Großbritannien einfliegen lassen sowie Vertreter von gewissen Verlagshäusern anwesend sind. Auch die Workshops kommen bei den Teilnehmern gut an. Zum ersten Mal wird der„Jean-Baptiste Kremer Young Teacher Award“ vergeben. Kremer hat jahrelang die Koordination der „formation pédagogique“ im Englischen übernommen hat und ist vor zwei Jahren leider verstorben. Um seinen Einsatz für die jungen Lehrer zu ehren hat die Familie diesen Preis ins Leben gerufen und wird diesen während des Events überreichen.