LUXEMBURG
MM

Europäische Investitionsbank fördert Innovation von ArcelorMittal mit 350 Millionen Euro

Die Europäische Investitionsbank (EIB) unterstützt die Forschung von ArcelorMittal. Das gab gestern die EU-Bank bekannt. Demnach unterzeichnete die EIB mit dem Stahlkonzern eine Vereinbarung, laut der die Europäische Investitionsbank mit 350 Millionen Euro ein europäisches Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Zeitraum von 2017 bis 2020 finanziert. Bei dem Programm geht es um die Entwicklung und Optimierung neuer Produkte, Methoden und technologischer Lösungen bei der Stahlherstellung. Die Ausgaben in diesem Bereich hatte der Konzern letztes Jahr weltweit auf 239 Millionen Dollar gesteigert.

Die Vertragsunterzeichnung fand gestern in Maizières-Lès-Metz in Anwesenheit von Gregory Ludkovsky, Vizepräsident von ArcelorMittal und Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Gruppe, sowie von Ambroise Fayolle, Vizepräsident der EIB, statt. In Maizières-Lès-Metz, dem größten Forschungszentrum von ArcelorMittal, beschäftigt der Stahlkonzern mehr als 560 Wissenschaftler.

Die Finanzierung kommt in den Genuss des Europäischen Fonds für strategischen Investitionen (EFSI) - zentrales Element des Investitionsplans für Europa, auch als „Juncker-Plan“ bekannt. „Die Förderung von Innovation ist eine Priorität der EIB, der Bank der Europäischen Union, denn sie ist ein Schlüssel für internationale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“, erklärte Fayolle. Mit dieser neuen Finanzierung fördere der Juncker-Plan in Frankreich 60 gutgeheißene Operationen, die 22 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen generieren sollen.

Ludkovsky, Chef der Forschungssparte von ArcelorMittal, meinte, dieser Bereich lege die technologische Grundlage, um die langfristige Lebensfähigkeit von ArcelorMittal zu sichern.

Es handelt sich um die zweite Finanzierung, mit der die EIB ArcelorMittal-Projekte fördert; insgesamt finanziert die EIB europaweit industrielle Forschungs- und Entwicklungsprojekte on Höhe von 600 Millionen Euro.

Konkret sollen mit dieser Finanzierung Innovationsvorhaben in Werken in Polen, Belgien, Spanien, Rumänien, Frankreich und Luxemburg vorangebracht werden.

„Das Engagement der Unternehmen, der Regierungen und der europäischen Institutionen ist wesentlich für die Aufrechterhaltung und den Aufschwung der Industrie auf dem Kontinent“, meint Ludkovsky. Die neuen Investitionen, die sich besonders auf ökologische Maßnahmen richten, wären zwar wohl auch ohne die öffentliche Förderung gemacht worden, aber nun könnte weit mehr gemacht werden und auch schneller.

2016 hat die Europäische Investitionsbank 9,3 Milliarden Euro in Frankreich investiert, 70 Prozent davon in die Privatwirtschaft, das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP gestern.

MODERNISIERUNG

Neuartiger Hybridfilter

ArcelorMittal hat in Zenica (Bosnien-Herzegowina) den ersten Hybridfilter in Betrieb genommen. Insgesamt hat der Stahlkonzern dort drei neue Investmentprojekte im Volumen von 12,4 Millionen Euro gestartet, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Die Gesamtinvestitionen in das Werk Zenica, eine der größten Industrieanlagen Bosnien-Herzegowinas, werden mit mehr als 160 Millionen Euro beziffert, 50 Millionen davon allein in Umweltschutzmaßnahmen. In den Hybridfilter wurden drei Millionen investiert. Die Technologie dahinter wurde über die Dauer von zwei Jahren von ArcelorMittal zusammen mit dem dänischen Ingenieursunternehmen FLSmidth entwickelt. Installiert wird die neue Filtertechnik auch im polnischen Dabrowa Górnicza sowie im belgischen Gent. (MM)