LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Herrlich gelesen haben dieser Tage Spitzenpolitiker an der Mosel. Sogar Premier und Weinbauminister packten im Schengener Markusberg mit an. „Die Sonne lacht im Keller“, frohlockt das „Wort“, „Le Dieu Bacchus a béni la Moselle“, entzückt sich „Le Quotidien“. Die Zeichen stehen also definitiv auf „Grand Premier Cru“. „En effet, le vin luxembourgeois est un vin dont on peut être fier, par rapport à la concurrence des vins étrangers“, zeigte sich der Regierungschef begeistert. Fürwahr! Noch weltbekannter als die Mosel-Tropfen ist freilich unser Chefdiplomat, vor allem weil er in Talkshows stets verdeutlicht „dass die gestelzte Diplomatensprache nicht sein Ding ist“, wie der „Télécran“-Durchsager bemerkt. Und so platzt dem Steinforter Polit-Urgestein oftmals live „de Kolli“, aus dem dann Satzperlen mit Schlagzeilenpotenzial heraussprudeln. Wie unlängst die Sache mit den jodelnden Österreichern, die sich zieren würden, Flüchtlinge aufzunehmen. Was  hierzulande sogar ein Alphorn-Konzert über und bisweilen gegen Asselborn ausgelöst haben. Der „Télécran“ geht aber davon aus, dass das dessen Ansehen und Popularität keinen Abbruch tut. Aber wer wird nach dem „Jang nazionale“ „Nation Branding“-Chef in den Talkshows dieser Welt. „Könnte sein, dass Jean Asselborn der letzte Luxemburger TV-Mohikaner ist“, bangt der „Télécran“. „Merde alors!“.