PORTO
SIMONE MOLITOR

Porto ist zwar nur die zweitgrößte Stadt Portugals, dafür aber die authentischste

Ungeniert flattert überall Wäsche von den kleinen vergitterten Balkonen. Renovierungsbedürftige, teils zerfallene Bauten säumen das Blickfeld. Triste graue Fassaden wechseln sich vereinzelt mit bunten Häuserfronten ab. Enge, verwinkelte Gassen schlängeln sich zwischen den bröckelnden Gebäuden hindurch. Mittendrin quirliges Treiben. Wir befinden uns in Porto, einer authentischen Stadt, die noch nicht von Touristen überschwemmt wird.

Die heimliche Hauptstadt Portugals hat nichts von ihrer Ursprünglichkeit verloren und gilt deshalb auch als UNESCO-Weltkulturerbe. Kirchen, Prunkbauten und einfache Wohn- sowie geschichtsträchtige Handelshäuser bilden auf den ersten Blick ein etwas unzusammenhängendes Ensemble. Lässt man die steil angelegte Altstadt aber erst einmal richtig auf sich wirken, lernt man die morbide Schönheit schnell zu schätzen.
Porto ist übrigens die zweitgrößte Stadt Portugals und liegt direkt am Fluss Douro, der dort in den Atlantischen Ozean mündet, deshalb wird auch schon mal vom Tor zu den Meeren gesprochen. Eine Flussfahrt lohnt sich, lässt sich die malerische Kulisse doch am besten vom Boot aus genießen.

Mächtige Eisenbrücken, süßer Portwein

Mit dem Touristenboot geht es flussaufwärts unter den mächtigen Eisenbrücken hindurch und dann wieder zurück zum Hafen, wo die Entdeckungsstreifzüge durch die treppenartige Stadt beliebig fortgesetzt werden können. So bietet sich etwa eine Erkundung der Portweinanlagen an. Bei den bekannten Herstellern - wie Taylor’s, Sandeman oder Cruz - kann man sich außerdem in die Geheimnisse des Süßweins einweihen lassen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses - der Vila Nova da Geia - befinden sich unzählige solcher Portweinkellereien. Eine Verkostung sollte man sich natürlich auf keinen Fall entgehen lassen.

Moderner Betonklotz, barocke Zeitzeugen

Nicht verpassen sollte man zudem eine Besichtigung der Casa da Mùsica. Das klotzartige städtische Konzerthaus, das im Jahr 2005 eingeweiht wurde, ist aus architektonischer Sicht sicherlich nicht jedermanns Sache, sein Innenleben ist dafür aber umso bemerkenswerter und vor allem völlig anders, als man es erwartet hätte. Im Gegensatz zu den restlichen öffentlichen Bauwerken ist die Casa da Mùsica eines der wenigen modernen Gebäude in Porto. Ansonsten entdeckt der Besucher einige prunkvolle Barockkirchen mit angrenzenden Klöstern.

Auch wenn man nicht mit dem Zug reisen will, lohnt sich ein Abstecher in den Bahnhof Sao Bento, dessen Eingangshalle mit der landestypischen Kachelkunst verziert wurde. Unweit des Bahnhofs befindet sich die Rua da Santa Caterina mit den einschlägigen Geschäftsketten, kleinen nostalgischen Läden und dem bekannten Café Majestic. Den Abend kann man schließlich bei melancholischen Melodien von Fado-Musikern oder den aufmunternden Klängen von singenden Studenten ausklingen lassen.

Porto bietet übrigens ein sehr gutes Transportsystem, nichtsdestotrotz sollte man die Stadt zum großen Teil zu Fuß erkunden, nur so ist die Authentizität nämlich richtig spürbar und ein kurzweiliges Eintauchen in das portugiesische Leben möglich.

Einmal Porto und zurück ab 149 Euro

Seit kurzem bietet Luxair fünfmal wöchentlich Flüge nach Porto und wieder zurück. Tickets gibt es bereits ab 149 Euro. Ganze 23 Kilogramm Gepäck dürfen mitgenommen werden. Ab April nächsten Jahres nimmt die luxemburgische Fluggesellschaft übrigens auch die portugiesische Hauptstadt Lissabon mit ins Programm. Hin- und Rückflug gibt es ebenfalls ab 149 Euro.