WINDHOF
CORDELIA CHATON

Morgan Advanced Materials besteht seit 50 Jahren in Luxemburg - Modellwerk für die USA

Ohne die Produkte von Morgan Advanced Materials würde vieles nicht funktionieren: von Photovoltaik über Flugzeuge bis hin zu Pumpwerken wie Vianden und Wasserturbinen. Kaum einer aber kennt das Unternehmen für Werkstofftechnik. Gestern feierte Morgan Advanced Materials 50 Jahre Werks-Geburtstag in Luxemburg - Gelegenheit, in Anwesenheit von rund 150 geladenen Gästen - darunter viele Unternehmer und Vertreter des Industrieverbandes FEDIL - vor den Ehrengästen Erbgroßherzog Guillaume und Staatssekretärin Francine Closener einen Blick auf die Entwicklung und die Produktion zu werfen.

Diskreter Bau neben dem Cactus

„Wir waren eines der ersten Unternehmen hier in der Industriezone“, erzählt Werksdirektor Yannick Malvaux über den Start 1967 mit 15 Mitarbeitern im Industriepark Windhof gleich neben Cactus. Damals startete das britische Unternehmen als Joint Venture mit der Familie Delvaux. Die Geschäfte liefen allerdings so gut, dass der Karbonspezialist bis in die 90er Jahre seine Mitarbeiterzahl verdreifachte und die Anteile der Familie Delvaux übernahm. Morgan Advanced Materials investierte in IT und die ISO 9001-Zertifizierung sowie in den internationalen Vertrieb.

Heute beschäftigt das Unternehmen rund 70 Mitarbeiter von etwa 90.000 weltweit. Closener unterstrich denn auch: „Die Industrie ist wichtig für das Land und das Nation Branding, wir brauchen qualifizierte und unqualifizierte Jobs.“

Für den Standort Luxemburg sieht es gut aus. „Wir liegen hier ideal für den Vertrieb“, betonte Malvaux, dessen Werk rund 7,8 Millionen Euro jährlich umsetzt. Er ist stolz auf rund 20.000 Produkte, die das Unternehmen gemäß dem Kundenwunsch herstellen kann. Dazu gehören Kugellager ebenso wie Gleitringdichtungen, beispielsweise für Benzinstutzen von Militärflugzeugen oder Flügelelemente von Linienflugzeugen. Überall, wo hohe Temperaturen herrschen oder chemische Schmiermittel ein Problem darstellen könnten, kommen die Karbonteile zum Einsatz. „Diese Präzisionsprodukte verkaufen wir unter anderem an Alstom, EDF, die Halbleiterindustrie oder Turbinenhersteller“, berichtet Malvaux. Das Fachwissen im Werk ist so groß, das selbst Aufträge aus China oder den USA angenommen werden, obwohl der 1856 gegründete, seit langem in London börsennotierte Konzern auf allen Kontinenten vertreten ist. Luxemburg stand sogar Pate für eine Werksgründung in Pennsylvania in den USA, weil es als vorbildlich gilt.

Closener verglich das Verhältnis des Werks zu Luxemburg mit einer Ehe. „Die ersten 50 Jahre sind immer die härtesten“, scherzte sie. Und stieß auf die Zukunft an, die bei einem Cocktail nach der Werksführung diskutiert wurde.

www.morganadvancedmaterials.com