BOOMGILLES SCHREINER

Start des zweiten Wochenendes des Tomorrowland-Festivals in Boom (B)

Den „Schlüssel zum Glück“ versprachen die Organisatoren der Tomorrowland für das zehnjährige Jubiläum. Als gestern um 12 Uhr mittags die Tore für den zweiten Teil der diesjährigen Ausgabe öffneten, wird wohl so mancher sich in eine andere Dimension versetzt gefühlt haben.

Der „Lëtzebuerger Journal“ hatte die Gelegenheit, mit Debby Wilmsen, Pressesprecherin des Festivals, bereits vor dem offiziellen Start das imposante Gelände des De Schorre National Park zu besichtigen und einige interessante Fakten zu erfahren.

Heimspiel

Dieses Privileg genossen auch die Einwohner des rund 17.000 Einwohnerzählenden Städtchens namens Boom. Dass so manch einer seinen Unmut gegenüber dem größten europäischen Elektro-Event äußert, haben die Veranstalter längst eingeplant.

Deshalb haben die Boomer auch die Möglichkeit, die begehrten Festivaltickets zu einem reduzierten Preis zu ergattern. Dies wird wohl auch der Grund sein, warum zu dieser Zeit das Anmeldeamt der lokalen Gemeinde heiß läuft.

Des Weiteren werden den Einwohnern Mülltüten ausgehändigt, um Abfall auf oder in der Nähe ihres Grundstückes einzusammeln: Einige der insgesamt 5.218 Crewmitglieder kümmern sich dann um die Entsorgung.

Eh spielt Mutter Natur eine prägende Rolle, denn die Initialidee der Beers-Brüder bestand darin, die elektronische Musik aus den finsteren Gefilden der belgischen Discothekenlandschaft zu befreien und in ein prachtvolles Naturgebiet zu versetzen.

Blumen, Bühnen, Beleuchtung

Je länger man über das imposante Fantasy-angehauchte Gelände schlendert, desto mehr wird einem bewusst, wie viel Planung, Organisation, Sorgfalt und Liebe zum Detail in dieses Spektakel hineinflössen. Daniel Ost, Belgiens bekanntester Blumendekorateur, designte das Stage „Garden of Madness“ und präsentierte zur diesjährigen Ausgabe eine eigens kreierte Blume. Stichwort Blume: 70 Wasserfontänen in Blumenform zieren den Teich, um den sich das insgesamt 20 km umzäunte Festivalgelände erstreckt.

Festival der Superlative

Lust auf weitere Zahlen? 9.000 dekorative Lichter, die eine insgesamt sechs Kilometer lange Kette bilden, 45.000 Hamburger und 12.000 verkaufte Pizzen am ersten Wochenende, ein 140 Meter langes und 40 Meter hohes Mainstage, welches von über 100 Bühnenkonstrukteuren errichtet wurde, 473 Künstler auf 14 weiteren Bühnen, freiwillige Studenten, die seit Juni über acht Tonnen Eiswürfel in Schmetterlingsform kreiert haben, sowie die Tatsache, dass zwischen den beiden Wochenenden innerhalb einer Stunde die Fläche von 2,7 Fußballfeldern gereinigt wird.

Da erscheinen die durchschnittlich 72 Sekunden Aufbauzeit für ein Camping-Zelt schon fast lächerlich hingegen dem Duft der täglich 40.000 gebackenen Brötchen, welcher, hinterlegt mit künstlichem Vogelgezwitscher, eine traumhafte morgendliche Stimmung im Abendland erzeugt.