ISTANBULCHRISTIAN BLOCK

Eindrücke aus Istanbul

Zu den ersten Dingen, die man sich über Istanbul erzählt, gehört, dass es eine wunderschöne Stadt ist, der Verkehr aber schrecklich sei. Beides bewahrheitet sich für den Besucher der Stadt am Bosporus innerhalb kürzester Zeit - beziehungsweise ihm bleibt viel Zeit, die Stadt zu bewundern, während er im Verkehr festsitzt.

Umso beeindruckender fällt die Erkundung der Stadt aus. 95 Prozent der Touristen sollen über den Quadratkilometer um die Hagia Sophia nicht hinauskommen. Dabei gehört Istanbul zu den größten Städten Europas mit einer ebenso beeindruckenden kulturellen Geschichte. Davon zeugt allein die Architektur der Stadt. In ihrem Innern offenbart sich die Vielfältigkeit Istanbuls an einigen Orten, die meisten unter ihnen weltbekannt: Der Große Basar mit seinen 5.000 Geschäften für Schmuck, Keramik oder Teppichen und bis zu 400.000 Besuchern täglich. Seit dem 15. Jahrhundert wird hier gehandelt, im 16. Jahrhundert folgte eine bedeutende Erweiterung unter der Herrschaft Süleyman I.

Langwierige Arbeiten

Zeugnis von der Herrschaft der Sultane liefert der Topkapi-Palast, Residenz und Verwaltungszentrum zugleich. Der Palast, hoch oben über der Stadt, ist in mehrere Sektionen unterteilt. Das imperiale Tor, als Haupteingang führt in den ersten Hof, der als einziger öffentlich zugänglich war. Das zweite führt ins eigentliche Innere des Palastes, der mit Bäckereien, einem Wasserturm, einer Bibliothek oder auch einem Schwimmbad ausgestattet war. Bekannt ist Topkapi auch für seinen Harem, indem sich die architektonischen Spuren mehrerer Jahrhunderte wieder finden. Nach seinem Ausbau gab es über 300 Zimmer im Harem, neun Hamams, zwei Moscheen, ein Hospital, Schlafräume und eine Wäscherei. Ein Besuch der Hagia Sophia fehlt auf einer touristischen Visite Istanbuls natürlich nicht.

Die ehemalige christliche Kirche, im sechsten Jahrhundert gebaut, verwandelte Mehmed II. im 15. Jahrhundert in eine Moschee. Mustafa Atatürk, der Begründer der Republik Türkei, säkularisierte das UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 1934. Die großen, runden Tafeln, die die Namen von Allah, Mohammed und der Kalifen tragen und die seit 1951 wieder zu sehen sind, ließ er abhängen. Seit den frühen 90er Jahren wird das imposante Bauwerk in Teilen restauriert, Arbeiten, die bis heute andauern und schwierig sind. Denn um das christliche Mosaik freizulegen, müssen die muslimischen Dekorationen auf der Oberfläche zerstört werden.