LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Kleingruppen statt Busse

Auch an der Mosel tut sich im Sommer 2020 mehr als erwartet, aber mit erkennbaren Ausfällen. Nathalie Neiers, Geschäftsführerin des ORT Moselle, bestätigte uns, dass es wieder Gäste an die Mosel zieht, etwa nach Schengen. Allerdings  regiert auch an der Mosel die Corona-bedingte Kleingruppe, geführte Wanderungen oder Radtouren sind auf maximal zehn Personen inklusive Guide beschränkt. Oft seien Wandergruppen nur mit sechs Personen unterwegs.
Was auch dazu führt, dass die Klientel „Busreisen“ in diesem Jahr komplett wegbricht. Gerade Schengen und das Dreiländereck waren ein beliebtes Ziel bei Bustouren.
Auch an der Mosel ist die Nachfrage bei den verschiedenen Tourist-Informationen hoch. Gut ausgelastet sind auch die Campingplätze, etwa in Schwebsingen oder Grevenmacher. Natürlich stelle die deutsche Reisewarnung für Luxemburg ein Problem dar, so Neiers. Dennoch kämen auch deutsche Gäste und blieben meistens zwei Tage, was die deutschen Quarantäneregeln – mit einer Höchstaufenthaltsdauer von 72 Stunden in Luxemburg -  noch nicht greifen lasse.
Im beliebten Strandbad an den Baggerweihern bei Remerschen gelten die gleichen Regelungen wie am Obersauerstausee: Um eine Überfüllung und Corona-Gefährdung zu vermeiden, muss man sich sein Ticket für den Badesee online buchen. Einfach so am Kassenhäuschen aufzutauchen bringt nichts.
Das gute bis heiße Sommerwetter sorgt auch an der Mosel dafür, dass der Anteil der luxemburgischen Gäste außergewöhnlich hoch ist.
Gilles Estgen, der Präsident des ORT Moselle, macht auf ein anderes Problem aufmerksam, das den Moseltourismus und dessen wichtigste Partner ins Hintertreffen bringt – die vielen Wein- und Traubenfeste fehlen in diesem Jahr. Keine Feste, keine Gäste, weniger Umsatz. Auch Estgen begrüßt es, dass viele die In Luxemburg leben, die Freizeitregion Mosel direkt vor ihrer Haustür entdecken.  Andererseits sei die Reisewarnung aus Deutschland schon ein „Nackenschlag“ gewesen. Das Ort Moselle arbeite schon jetzt am Programm für 2021. Es bleibt nur eines, erklärt Gilles Estgen abschließend: „positiv denken!“
www.visitmoselle.lu