LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Ist das Abholen sicher? Nachfrage beim Müllsyndikat SICA in Kehlen

Müllwerker gehören sowieso schon zu den Helden des Alltags, in den Zeiten der Corona-Krise noch mehr. Sie schaffen uns auch jetzt das vom Hals, was als Rest einfach weg muss oder was wir nicht mehr wollen. Ein System das auch jetzt funktionieren muss. Beim Entsorgungssyndikat SICA (Syndicat Intercommunal pour l’hygiène publique du Canton de Capellen) in Kehlen, das hier stellvertretend für alle entsprechenden kommunalen Dienste steht, hat man sich schon frühzeitig auf die Krise eingestellt. Aktuell hat der Zweckverband SICA 48 Mitarbeiter die sich mit 16 Müllwagen und anderen Fahrzeugen um die Abfälle von 40.000 Einwohnern der Mitgliedsgemeinden Bartringen, Garnich, Kehlen, Koerich, Kopstal, Mamer und Habscht kümmern. Normalerweise fährt man dort zweigleisig, wie uns Sekretär Joël Adam am Telefon erklärte. Einerseits gibt es ein Recyclingcenter mit Kundenverkehr, andererseits die Haus zu Haus-Abfuhr von Abfällen in den angeschlossenen Gemeinden. Jetzt konzentriert sich alles auf die Arbeit der Männer auf den Müllwagen. Das Recycling-Center, das sonst jährlich 150.000 Kunden hat, wurde wie viele andere Einrichtungen in der letzten Woche geschlossen.

Feste Teams, gestaffelter Arbeitsbeginn

Die Haus zu Haus Sammlungen laufen für die Bürger fast normal weiter. Mit dem Unterschied, dass die Touren eine Stunde früher beginnen. Um massenhafte Ausfälle zu vermeiden, hat man sich in Kehlen - in enger Abstimmung mit dem Syndikatsvorstand - ein rollierendes System einfallen lassen, durch das die einzelnen Müllwagen-Mannschaften voneinander getrennt werden. Jetzt wird in festen Teams pro Wagen gearbeitet, um im Fall einer Ansteckung die Zahl der Quarantänefälle so klein wie möglich zu halten.

Die verschiedenen Teams treffen morgens in einem gewissen zeitlichen Abstand am Syndikatssitz in Kehlen ein, um den Kontakt mit den anderen Wagenbesatzungen zu vermeiden. Wenn sie dort ankommen müssen die Mitarbeiter schon ihre Arbeitskleidung tragen und Kaffeepause muss auch ausfallen. Innerhalb des Syndikatsgeländes sind Garderoben und Mitarbeiterküche gesperrt. Wenn die Sammeltour des Tages abgeschlossen ist, müssen die Mitarbeiter sofort nach Hause gehen, auch wenn das formale Soll von acht Stunden noch nicht erfüllt ist. So wenig Kontakt wie möglich.

Das System der Trennung nach Wagenbesatzungen hat sich insoweit bewährt, dass man jetzt nach einem erwiesenen Corona-Fall nur das Team eines Wagens in Quarantäne schicken musste.

Durch das geschlossene Recycling-Center verfügt man aber über eine gewisse Personalreserve, die dort beschäftigten Mitarbeiter fahren jetzt auch mit „raus“ auf Sammeltour. Auch in der Verwaltung, die normalerweise mit vier Leuten besetzt ist, arbeiten immer zwei im Wechsel. So ist im Falle eines Falles auch dort ein Weiterarbeiten möglich.