NIC. DICKEN

Humor ist unterhaltsam, Lachen ist gesund, so wird gerne und sicher nicht ganz zu Unrecht behauptet. Was aber, wenn einem beim vermeintlichen Humor die Sprache völlig wegbleibt und einem das eigentlich befreiende Lachen wie ein Kloß im Halse stecken bleibt? Über das, was sich derzeit in der politischen Machtzentrale der Vereinigten Staaten abspielt, kann man beim besten Willen allenfalls hämisch grinsen, denn mit Humor hatte und hat das ganze Schauspiel, das nun schon seit dem 20. Januar andauert und uns seither Tag für Tag neue peinliche Fortsetzungen liefert, schon mal gar nichts zu tun.

Bestenfalls Slapstick dritter oder vierter Kategorie wird da geboten, wo man vernünftiges, überlegtes und pragmatisches Handeln erwarten könnte, der Jahrmarkt der Washingtoner Eitelkeiten ist zum Schauplatz für völlig unbedarfte Autoren und Darsteller verkommen, der ein einziges Bild abgibt: Das der vollständigen geistigen und moralischen Degeneration eines großen Landes, das zwar den Anspruch auf Weltführung und demokratisches Vorbild erhebt, diesem Anspruch aber nicht mal ansatzweise zu genügen vermag.

Wenn in der Kommandozentrale des mächtigsten Landes dieser Welt von einem Tag auf den anderen die Anliegen einer eher bekannten als begabten Modedesignerin mehr zählen als die existenziellen Anliegen von vielen Millionen Menschen, dann muss man sich ernsthaft Gedanken machen über mögliche Entwicklungen, von denen die Gestaltung der globalen Zukunft nicht unwesentlich abhängt.

Die von Donald Trump und seinem „Familie“ genannten Patchwork-Clan seit gerade mal drei Wochen inszenierte Schmierenkomödie stinkt mittlerweile nicht nur Leuten, die von Anfang mit The Donald nichts am Hut hatten, sondern nervt zunehmend auch die vereinzelt noch vorhandenen Vernunftmenschen in den eigenen politischen Reihen, die sich gleichfalls kaum noch einen Reim auf die chaotische Dramaturgie machen können.

Gegenüber dieser denkbar unwürdigen Schauspielerei mutet die in den 70er und 80er Jahren populäre „Muppet Show“ nachgerade wie klassisches Theater an, bei dem nicht nur intelligenter Witz und feine Pointen den Ton angaben, sondern wo man auch eine klare und, allem Chaos zum Trotz, logische Gedankenfolge erkennen konnte.

Ronald Reagan, der letzte Komödiant im Weißen Haus, galt bei seinem Einzug als zweitklassiger Schauspieler, der seine Wahl eher dem politischen Versagen seines Vorgängers als der eigenen Reputation zu verdanken hatte, konnte sich immerhin in die wichtigste Rolle seines Lebens hineinsteigern.

Sein derzeit amtierender Nachfolger hingegen stolpert, mit tatkräftiger Unterstützung seiner so genannten Regierungssprecher von einer Peinlichkeit in die andere.

Die bisherigen Pannen bei innenpolitischen Entscheidungen lassen Schlimmes befürchten im Hinblick auf wichtige und notwendige außenpolitische Orientierungen. Über Kermit und Miss Piggy konnte man wenigsten noch herzhaft lachen.