DÜDELINGEN
LIZ MIKOS

Das Düdelinger Zeltik-Festival findet am 6. und 7. März statt

Das Zeltik-Festival ist zum festen Bestandteil Düdelingens geworden und zieht jedes Jahr neue Begeisterte aus dem Großherzogtum und der Großregion an. Bereits zum 23. Mal fiebern die Stadt Düdelingen, das Kulturzentrum opderschmelz und die „Amicale des Centres d’Intervention Dudelange“ dem keltischen Fest entgegen und auch in diesem Jahr werden sich die Feierlichkeiten über zwei Abende ziehen. Erst im gediegeneren Raum der Sankt Martinskirche am 6. März, wo einer der Headliner mit der Orgel begleitet wird, samstags am 7. März dann in der Sporthalle des Annexe Alliance, wo auch gerne etwas mehr getanzt und gefeiert werden darf.

Von der Königin der Instrumente begleitet

Die Kirchengemeinschaft ist seit Beginn des Festivals mit dabei, dennoch gibt es seit letztem Jahr eine bedeutende Änderung im Freitagsprogramm: Bands, die am Samstagabend die tobende Menge einheizen, spielen schon am Vorabend in der Kirche und werden von der Orgel begleitet. Was im vergangenen Jahr eine eher spontane Entscheidung war, da erstmals noch kein Künstler für das Kirchenkonzert zur Verfügung stand und somit später dieser Lösungsweg gefunden wurde, scheint nun zu einer äußerst beliebten Zeltik-Tradition zu werden, denn auch für das kommende Jahr sollen schon Musiker sich für dieses ausgefallene Experiment interessieren. Zurecht, denn die innovative Idee füllte das Gotteshaus im letzten Jahr auf Anhieb und brachte die Künstler näher zusammen. Nach dem Auftritt in Düdelingen lud Carlos Núñez Laurent Felten nämlich für eine weitere Kollaboration nach Spanien ein. In diesem Jahr werden die „Red Hot Chili Pipers“ von der Königin der Instrumente begleitet werden, was auch im Sinne der Kirchengemeinschaft ist. „Wir müssen versuchen die Kirchen zu demystifizieren. Junge Leute haben oft das Vorurteil, dass in einer Kirche nur gebetet wird. Selbstverständlich wird das dort getan, aber es ist auch ein Raum, in dem man zusammenkommt - unter anderem um Musik zu machen“, erklärt Paul Braquet, Präsident der „Amis de l‘orgue Dudelange“. Bemerkenswert an diesen Konzerten ist aber auch, dass man von freitags auf samstags merkt, wie sehr die Künstler sich auf die unterschiedlichen Räume einlassen. Beide Konzerte werden von denselben Menschen gespielt, könnten aber nicht unterschiedlicher sein, weil die Bands es verstehen, sensibel an die Sache heranzugehen und ihre Musik dem Raum anzupassen. Zudem erreicht die Sankt Martinskirche zu diesem Anlass auch stets eine neue Zielgruppe. Hier kommen nicht nur Liebhaber der keltischen Musik oder Orgel-Fans hin, sondern Leute, die etwas ganz anderes hören und erleben möchten. „Wir merken, dass diese Veranstaltung mehr Leute anzieht als reine Orgelkonzerte. Sobald noch ein anderes Instrument mitspielt, ziehen wir eine andere Zielgruppe an“, heißt es weiter. Genauso freuen sich die Künstler auf die Herausforderung und einmal in einem ganz anderen Rahmen als gewöhnlich aufzutreten.

Kulturen verbinden

Auf die „Red Hot Chili Pipers“ freuen sich die Düdelinger ganz besonders, da über die Jahre eine wahre Freundschaft entstanden ist. Ihr erster europäischer Auftritt außerhalb Großbritanniens fand nämlich in der luxemburgischen Südstadt statt. Seither sind sie vom Line-Up des Zeltik gar nicht mehr wegzudenken, das obwohl sie mittlerweile international erfolgreich mit ihrer Show auftreten. Auch ihre Setlist wurde mit dem neuen Album noch einmal deutlich moderner. Tanzbare Popsongs wurden aufgegriffen, um jede Altersgruppe ansprechen zu können.

Diesem Schema wird auch der französische „Celtic Social Club“ gerecht. Sie brechen mit traditionellen Musikgenres und vermischen Folk, Reggae, Ska und Pop. Mit ihrem neuen Sänger und dem 2019 erschienen Album „From Babylon to Avalon“ gelang es den Franzosen mittlerweile sogar in England Fuß zu fassen. Insgesamt werden in diesem Jahr Bands vertreten sein, die das Festival noch etwas jünger erscheinen lassen, um immer wieder neue junge Leute anzuziehen und für diese Art der Musik zu begeistern. Ein Festival, das nicht nur Musikstile vermischt, sondern auch Menschen allen Alters zusammenführt. „Das Zeltik-Festival ist in dem Sinne auch eine Anti-Brexit-Veranstaltung. Wir bringen hier Menschen zusammen, die sich unterhalten, zusammen hüpfen, tanzen und Spaß haben. Die Kulturen sollen sowohl durch die unterschiedlichen Künstler, als auch durch die vielen Nationalitäten der Besucher vereint werden“, freut sich Loris Spina, Schöffe der Gemeinde Düdelingen, über die Multikulturalität des Events. Neben der kulturellen und musikalischen Aspekte, wurden aber auch die Wünsche und Kritikpunkte der Besucher berücksichtigt: Auf Einwegplastik soll auf dem Festivalgelände vollkommen verzichtet werden und auch der Weg zum Food Village, der für einige im vergangenen Jahr etwas zu weit war, wird am 7. März kürzer sein. Da der öffentliche Transport bereits umsonst sein wird, wird empfohlen, diesen auch zu nutzen.


Tickets gibt es unter www.opderschmelz.lu und www.luxembourg-ticket.lu, im Vorverkauf kostet der Eintritt 25 Euro, an der Abendkasse 30 Euro, weitere Informationen zum Festival, dem Hinweg mit dem öffentlichen Transport und Parkmöglichkeiten gibt es unter www.zeltik.lu