LUXEMBURG
JEFF KARIER

Die diesjährige Auflage der „Fête de la Musique“ bietet auf acht Tage verteilt Musikgenuss

Es ist das größte Musik-Event in Luxemburg und zieht jährlich zehntausende Menschen an: Die „Fête de la Musique“. In mehr als 700 Städten der Welt findet dieses Fest jedes Jahr am 21. Juni statt, auch im Großherzogtum. Hier sind neben den Epizentren Luxemburg-Stadt und Düdelingen auch eine ganze Reihe an anderen Städten und Ortschaften an dem Musikfest beteiligt.

Allerdings erstreckt sich das Fest bei uns dieses Jahr über insgesamt acht Tage. Vom 14. bis 21. Juni finden somit an insgesamt 24 Orten des Landes mehr als 450 Konzerte statt, die alle gratis sind. „Dies wäre alles nicht möglich ohne die 24 Organisationen sowie die zahlreichen Freiwilligen, Gemeinden und anderen Partner“, erklärte Koordinatorin Sévérine Zimmer im Rahmen der Vorstellung des Programms der diesjährigen Auflage.

Vielfältiger Auftakt

Los geht es am 14. Juni um 7.00 mit einem Konzert des Saxophone-Quartetts „Saxitude“ am Hauptbahnhof. An diesem Tag alleine werden insgesamt 92 Konzerte auf 29 Bühnen stattfinden. Zu den Programmpunkten des ersten Tages in der Hauptstadt, die Zimmer hervorhob, zählt unter anderem das Elektroprojekt von Mister Goldhand und Paulo Simoes, die in der Evangelische Kirche von Luxemburg auftreten werden.

Mit „Ragga“, „Nicool“, „Fallen Lies“ und „The Majestic Unicorns from Hell“ kommen sowohl Hip Hop- als auch Metalfans in der Rue Beck auf ihre Kosten. Und auf dem Knuedler bieten die „Musique Militaire Grand-Ducale“ gemeinsam mit der INECC unter dem Titel „Knuedler sings...“ ein Orchesterkonzert mit Chorgesang.

In Düdelingen finden am 14. und 15. Juni auf zehn Außenbühnen sowie in vier Cafés der Stadt rund 80 Konzerte statt. Hier treten neben jungen lokalen Künstlern wie „Chaild“ und „C’est Karma“ auch etablierte luxemburgische Bands, darunter „Versus You“ oder „Seed to Tree“ sowie Musiker aus dem nahen und fernen Ausland auf.

Es lohnt sich jedoch, sich das Programm der anderen Städte und Ortschaften anzuschauen, die mitmachen. Diese sind nämlich nicht weniger interessant und bieten einige tolle Künstler und Projekte. Unter den 33 Konzerten, die am 21. Juni auf neuen Bühnen in Echternach organisiert werden, findet man neben Acts wie „Mad Fox und „Them Lights“ auch zahlreiche Auftritte verschiedener Combos und Orchestern der Musikschule der Stadt. Auch die Gemeinde Steinfort, die erst seit einigen Jahren bei der „Fête de la Musique“ mitmacht, bietet ein interessantes Angebot. So findet am 15. Juni eine kleine „Tour des Bistrots“ statt und am 21. Juni gibt es in Zusammenarbeit mit der Musikschule der UGDA einen Workshop für Kinder, bei dem mit „Boomwhackers“ auf spielerische Art und Weise Musik gemacht wird.

Für ein junges Publikum ebenfalls interessant ist der Auftritt von Georges Goerens von „Seed to Tree“, der aber auch unter dem Namen „Bartleby Delicate“ als Solokünstler auftritt. Dieser gibt im Rocklab in Esch/Belval ein Konzert für Kinder, zu dem besonders Familien aber auch alle anderen herzlich eingeladen sind.

Musik für alle

Mit dem Programm wollen die Organisatoren aber alle Menschen erreichen. Daher finden unter anderem auch Konzerte in Altersheimen statt. So etwa das Projekt „D’Musek kennt bei d’Leit“ von Lisa Mariotto, die zu den Bewohnern der „Fondation Pescatore“ kommt, um mit ihnen gemeinsam alte luxemburgische Lieder zu singen. Im „Centre Psycho-Gériatrique de l’Hôpital Intercommunal de Steinfort“ findet ebenfalls für Senioren ein Konzert statt. Dies ist aber nur ein ganz kleiner Teil des diesjährigen Programms. Eine ausführliche Auflistung aller Konzerte in den 24 teilnehmenden Ortschaften des Großherzogtums finden Sie unter www.fetedelamusique.lu.

Bei der Präsentation des Programms war auch Kulturministerin Sam Tanson vor Ort, die allen Beteiligten für ihren Einsatz danke. Sie hatte aber auch einen Wunsch für die Zukunft des Events: „Was ich etwas bedauere ist, dass das Fest bei uns sehr institutionalisiert ist, und dass es den eher improvisierten Charakter, wie man ihn etwa aus Frankreich kennt, hier nicht gibt. Das finde ich schade und hoffe, dass wir in dem Punkt daran arbeiten können, für mehr Flexibilität zu sorgen.“

Mit Blick auf die Besucherzahlen können die Organisatoren sehr zufrieden sein. Wurden 2016 41.500 Besucher gezählt, waren es 2017 50.000 und 2018 50.500. Dieses Jahr wird diese Zahl voraussichtlich noch einmal leicht steigen

Ganz neu ist das Logo beziehungsweise die neue visuelle Identität der „Fête de la Musique“. Laut Zimmer soll diese neben den verschiedenen Orten, in denen das Fest in Luxemburg stattfindet, auch die Bandbreite der Musik sowie der Menschen, die auf und vor der Bühne stehen, widerspiegeln. Dabei lassen sich die grafischen Elemente je nach Bedarf neu zusammenstellen.