LUXEMBURG
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Das X-COM-Prinzip verfeinert: „Mutant Year Zero: Road to Eden“

Begeben sich eine mutierte Ente, ein Wildschwein und ein Fuchs auf ein postapokalyptisches Abenteuer. Was klingt wie der Anfang eines Scherzes, ist in Wahrheit der Plot zu „Mutant Year Zero: Road to Eden“. Mit dem rundenbasierten Taktikrollenspiel landeten die schwedischen Entwickler „The Bearded Ladies“ kurz vor Weihnachten 2018 einen Überraschungshit. Vor allem das gelungene Storytelling und die Weiterentwicklung des X-COM-Spielprinzips fanden Anklang bei den Spielern.

In „Mutant Year Zero“ übernimmt der Spieler zunächst die Kontrolle über Bormin und Dux. Sie sind Teil einer Gruppe von mutierten Überlebenden infolge einer Epidemie und eines Atomkrieges. Die Ente und das Wildschwein leben in der Siedlung „Die Arche“ unter der Führung des Älteren, der die Erde noch vor ihrem Untergang kannte. Eines Tages erhalten die auch Stalker genannten Mutanten den Auftrag, sich auf die Suche nach einem vermissten Mitglied der Gemeinde zu begeben. Dabei lernen sie allerdings auch etwas über ihren eigenen Ursprung.

Tolle Levels, tolles Storytelling

Mit rund 20 Stunden fällt „Mutant Year Zero“ zwar im Vergleich zu Genrevertretern im Umfang überschaubar aus. Dafür bietet das Endzeitabenteuer mit seinen detailreichen, handgebauten Levels viel fürs Auge und reichlich Atmosphäre. Ein von Moos überwucherter Bahnhof, eine zur Quarantänestation umfunktionierte Schule, von der allerdings nicht mehr viel übrig ist, die Natur, die sich die Städte zurückerobert: In fast allen 25 Settings sind Überbleibsel und Spuren der Menschen zu finden, wie sie versuchten, mit dem Ausbruch der Roten Pest klarzukommen.

Die Level erkunden wir als Dreiergruppe aus der isometrischen Perspektive. Kampfhandlungen aktivieren den Rundenmodus, in der es X-COM-typisch darum geht, Deckungen, Spezialaktionen und Höhenunterschiede bestmöglich auszunutzen, um unbeschadet aus den Kämpfen hervorzugehen. Allerdings können wir uns auch an Gegnern und ihren Wahrnehmungsbereichen vorbeischleichen. Das sorgt nicht nur für Spannung, sondern ermöglicht dem Spieler auch, isolierte Gegner auszuschalten, ohne andere Feinde in der Nähe zu alarmieren. In der Praxis zeigt sich, dass das ab einer bestimmten Distanz auch ohne Schalldämpfer funktioniert, was wenig glaubwürdig ist.

Gegner auszuschalten bedeutet auch, an wertvolle Ressourcen und neue Waffen zu kommen. Die Entwickler gehen knapp mit den für Upgrades und Ausstattung verfügbaren Ressourcen um. Der Spieler muss letztlich fast alle Level komplett räumen, um gut vorbereitet den Schlussspurt der Kampagne in Angriff zu nehmen.

Im Prinzip bietet der schwedische Titel, neben der Auswahl des Schwierigkeitsgrades, durch das Mutationssystem (verbesserte passive Eigenschaften und Spezialfähigkeiten) sowie durch die Auswahl der insgesamt fünf Spielcharaktere und Ausrüstungsgegenstände einen hohen Wiederspielwert. Letztlich muss allerdings der Spieler entscheiden, ob er motiviert genug ist, das Abenteuer der „Stalker“ ein weiteres Mal zu erleben.

Erhältlich ab 35 Euro für PC, PS4 und XBox One.