LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

16 Künstler aus sieben Ländern beim zehnten „Fundamental Monodrama Festival“

Er sei entzückt und irgendwie auch ein bisschen überrascht, dass erneut ein solches Programm auf die Beine gestellt werden konnte, sagte Festivalleiter Steve Karier mit einem Lachen bei der Vorstellung des diesjährigen „Fundamental Monodrama Festival“ (FMF) in der „Banannefabrik“. Es ist derweil die bereits zehnte Auflage dieses Festivals, das sich vom 7. bis 16. Juni dem Solospiel auf der Bühne widmet. „Enorm viele Kreationen - tatsächlich so viele wie nie zuvor - stehen im Jubiläumsjahr auf dem Programm, nämlich zwölf der insgesamt 16 Monodramen. Also alles Stücke, die ich auch noch nicht gesehen habe, die extra für diese Veranstaltungsreihe entstehen. Für ein Festival dieser Größe und dieses Genres ist das einfach unglaublich!“, freute sich der Direktor.

Mehr Spielraum durch Verstärkung des Teams

Und noch etwas, hat sich diesmal geändert. Die Festivalmannschaft wurde um zwei künstlerische Beraterinnen verstärkt: Sarah Rock (Dramaturgin) und Daliah Kentges (Regisseurin). „Diese zehnte Auflage hat mich zum Nachdenken gebracht, und ich habe gespürt, dass Florence Bécanne und ich nicht mehr wie bisher weitermachen konnten, dass wir uns verjüngen und die Basis erweitern müssten, uns demnach auf die Suche nach weiteren festen Mitarbeitern machen sollten, um so weiterzukommen. Sarah und Daliah sind in der Theaterpraxis zuhause. Sie zeichnen für einige der Produktionen dieser Ausgabe verantwortlich. Die Verstärkung unseres Teams durch diese beiden Frauen gibt uns viel mehr Spielraum im schöpferischen Sinn. Wegen ihrer Erfahrung können sie deutlich mehr Produktionen begleiten, als uns dies vorher möglich war. Aus Zeitgründen und vielleicht auch einem Talentmangel, sah ich mich dazu nicht in der Lage. Das ist also ein klares Plus. So kann sich das Festival weiterentwickeln und noch mehr zu einem Festival der Kreation werden, was man bereits bei dieser Auflage spürt“, erklärte Karier.

Ort der Konfrontation zwischen Künstler und Publikum

Das „Fundamental Monodrama Festival“ beschreibt er als Ort der Konfrontation zwischen Schauspieler und Publikum. „Es verlangt Mut, solo auf der Bühne zu stehen und sich den Zuschauern ganz allein zu stellen“, meinte Karier. 16 Künstler aus sieben Ländern scheuen diese Herausforderung nicht und lassen wieder die Grenzen zwischen Theaterstück, Musikperformance und Tanz verschwimmen. Es gibt Produktionen in luxemburgischer, deutscher, französischer sowie englischer Sprache und zwei, die ganz ohne Worte auskommen. Zwei der Stücke im Programm haben ihren Ursprung übrigens beim letztjährigen Monolabo für junge Kreation gefunden. Diese Reihe bietet bekanntlich jungen Schauspielern und Schauspielerinnen aus Luxemburg die Möglichkeit, sich im Schreiben von Einpersonenstücken zu versuchen und anschließend Ausschnitte ihrer Werke vor einem Publikum zu zeigen. „Das Monolabo, dieses Spiel- und Experimentierfeld für junge Leute, wird immer mehr zu einem Ort der ,pré-création‘“, sagte der Festivalleiter.

Der Startschuss des FMF fällt am 7. Juni um 20.00 mit „Jackie“ nach einem Text von Elfriede Jelinek in einer Inszenierung von Valérie Bodson und mit Schauspielerin Caty Baccega. Am Samstagabend (8. Juni) werden gleich zwei Monodramen aufgeführt, angefangen um 19.00 mit „Marvelous things happening in… Niger 1 - J’appartiens au vent qui souffle“ mit Schauspielerin Aminata Abdoulaye Hama , gefolgt von „Marvelous things happening in… Niger 2 - Dans le silence des ondes“ mit Oumarou Aboubacari Bétodji um 20.30. Interessant werden dürfte auch „Paramount VS Tantamount“ von und mit der Bildhauerin und Performerin Sophie Jung am 9. Juni, weil hier eben nicht eine Schauspielerin im klassischen Sinn auf der Bühne steht. Etwas aus der Reihe tanzt unter anderem auch Milla Trausch mit ihrer Solo-Perfomance „Dementia, you sock“ am 13. Juni um 14.30: Sie erzählt an diesem Nachmittag Märchen und Sagen aus verschiedenen Ländern und richtet sich damit an Menschen mit und ohne Demenz. Ohne Worte kommen die Choreografin/Tänzerin Elisabeth Schilling in ihrem „Mosaikgleiche[n] Augenblicklichkeiten“ und die Choreografin/Tänzerin Simone Mousset in ihrem „The Passion of Andrea 2 - Solo Research“ (performt von Lewys Holt) aus. Diese beiden Kreationen sind Ergebnisse des Monolabo, die alle fünf am 15. Juni gezeigt werden.

„Ich hoffe, dass das diesjährige Festival nicht ein Jahrzehnt beendet, sondern der Startschuss für ein neues ist“, so Steve Karier abschließend.

Das ganze Programm mit sämtlichen Details unter www.fundamental.lu. Eintrittskarten: reservation@fundamental.lu