Mit Wegloben hat die ehemalige CSV-Bossin Erna Hennicot-Schoepges so einige Erfahrung. Schließlich wurde sie 2004 von Jean-Claude Juncker ins Europaparlament weg gelobt. Seither bloggt sie fleißig. Zuletzt über das Ende der europäischen Ambitionen ihres Erzfreundes JCJ, der am Freitag des Bundesverdienstkreuz erhielt. „Normalerweise bedeutet das am Ende einer Karriere die Anerkennung für geleistete Dienste. Damit hat Kanzlerin Merkel mit der Wahl des Datums die Zukunftsperspektiven für Juncker umrissen. Den Ziehsohn Helmut Kohls möchte sie nicht mehr auf dem europäischen Parkett!“, schlussfolgert Frau Hennicot. Wäre es nämlich anders und würde Merkel ihren Parteifreund für einen EU-Posten unterstützen wollen, hätte „Mutti“ doch noch mit der Verleihung gewartet, nicht wahr? Und dem lieben „Schanklot“, „der sich doch auf seine Rolle als Chef der Opposition vorbereiten muss“ den ganzen Stress erspart. Na, wenn da nicht ein bisserl Schadenfreude mitschwingt? Nun, das erste Mal im Leben als Parlamentarier und auf der Oppositionsbank, das wird sicher keine Kreuzfahrt. Zumal nun auch noch die „befreundete“ Presse abtrünnig wird. Da kündigt Junckers langjähriger engster Berater als frischgebackener „Wort“-Chefredakteur selbst zur CSV kritische Distanz an. Es wird einsam um den einstigen Überflieger.