LUXEMBURG
LIZ MIKOS

NAVAJO stellt sein neues Projekt und die erste Single vor

Die meisten dürften Joe Flies noch als Drummer der Band „Angel at my table“ kennen. Heute ist der talentierte Luxemburger mit seinem Soloprojekt NAVAJO unterwegs und erzählt im Interview, was hinter dem Künstlernamen steckt, wo er seine Inspiration hernimmt und wie das mysteriöse Video zur neuen und ersten Single „Stuck On You“ entstanden ist.

Kannst Du Dein Projekt kurz vorstellen und erklären, warum Du den Namen NAVAJO gewählt hast?

Joe Flies NAVAJO ist mein neues Musikprojekt und der Künstlername, unter dem ich Songs schreibe und selbst produziere. Ich habe eigentlich immer schon Musik gemacht - unter anderem lange Zeit als Drummer der Band „Angel at my table“ - und wollte es jetzt einfach nochmal wissen. Das Genre würde ich als Electropop bezeichnen, obwohl ich mich auch gerne von anderen Musikrichtungen inspirieren lasse. Der Name ist mir während einer USA-Reise eingefallen. Da hatte ich das große Glück, die Navajo-„Indianer“ kennenzulernen. Die Navajos sind auch heute noch eines der größten indianischen Völker der USA. Die Leute, mit denen ich geredet habe - was historisch nicht selbstverständlich ist, da sie immer unterdrückt wurden - haben mich nicht nur durch ihre Offenheit und Gastfreundschaft inspiriert, sondern vor allem auch durch ihre Kultur, Spiritualität und Naturverbundenheit.

Vor „Stuck On You“ hast Du schon unter dem Namen NAVAJO produziert. Wie kam es zum Entschluss, Dich selbst in der Vordergrund zu stellen?

Joe Genau, ich produziere jetzt schon eine Weile - das teilweise für andere Künstler, wie beispielsweise die luxemburgische Sängerin Gezza, und auch für mich selbst. Ich habe über die letzten Jahre ein Repertoire an Songideen aufgenommen, von denen einige so weit sind, dass sie quasi nur noch darauf warten, veröffentlicht zu werden. Dadurch hat sich nach und nach das Bedürfnis entwickelt, meine Musik mit anderen Leuten zu teilen, bevor sie auf meinem Rechner verstaubt. Schlussendlich habe ich mich von meiner Familie und meinen Freunden überzeugen lassen, mein „Soloprojekt“ zu gründen. Mich selbst in den Vordergrund zu stellen war aber eigentlich nie die Absicht, sondern eher eine Notwendigkeit, um meine Musik unter die Leute zu bringen.

Hast Du vor, Dich jetzt hauptsächlich auf Dich als Künstler zu konzentrieren oder wirst Du weiterhin auch Musik für andere Künstler schreiben?

Joe In erster Linie werde ich mich jetzt auf mein eigenes Projekt konzentrieren. Ich habe, wie gesagt, viele Songs, an denen ich gerade arbeite und die ich den Leuten gerne zeigen möchte. Falls sich aber interessante Kollaborationen ergeben, warum nicht? Ich arbeite zum Beispiel immer gerne mit Sänger/-innen zusammen, da der Gesang in meinen Liedern immer eine zentrale Rolle übernimmt.

Das Musikvideo zur neuen Single ist ganz im Stil des Coachella und hat auch etwas Mysteriöses. Wie kam es zu dieser Idee? Kannst Du etwas über den Dreh verraten?

Joe Es freut mich, dass man das erkennt. Das Konzept vom Video besteht darin, sowohl passend zum Song als auch zu meiner Künstler-Identität, ein Stimmungsbild zu schaffen, das gleichzeitig die Sommer-Vibes vom Lied und den „indianischen“ Spirit widerspiegelt. Deshalb findet man im Video auch viele Elemente, die dem Ganzen einen spirituellen und teilweise mysteriösen Flair geben, wie beispielsweise bemalte Gesichter, Rauch, Feuer und sogar einen Wolf, der aber von einem Hund gespielt wird. Da wir dem Ganzen aber auch eine moderne Note verpassen wollten, haben wir uns für ein Setting im Stil des Coachella-Festivals entschieden. Wenn ich sage „wir“, ist damit auch vor allem Cedric Letsch gemeint, der das Video produziert hat.

Wo nimmst Du die Inspiration für Deine Musik her?

Joe Die Inspiration kommt meistens, während ich Musik schreibe. Ich lasse mich oft durch Sounds inspirieren, auf die ich stoße, oder durch Melodien, die ich in dem Moment im Kopf habe. Wenn ich diese Ideen dann aufnehme, bin ich gedanklich in einer „Bubble“, in der ich nur noch von Tönen und Melodien umgeben bin, und in der ich auch alles vergessen kann, was in dem Moment um mich herum passiert. Es ist schwer zu beschreiben, aber in diesen Momenten bewege ich mich frei und mit einer gewissen Leichtigkeit, sodass ich annehme, dass das auch die Euphorie ist, die man hört, wenn man meine Musik hört. Das wünsche ich mir zumindest.

„Stuck On You“ ist eine Kollaboration mit der luxemburgischen Sängerin Lahra. War das von Anfang an geplant, oder wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Habt Ihr das Lied auch zusammen geschrieben?

Joe Die Grundidee des Songs, also den instrumentalen Part, die Gesangsmelodien und ein Großteil des Textes, hatte ich eigentlich schon, bevor ich Lahra (aka Lara Menei) überhaupt kannte. Als ich ihre Stimme dann zum ersten Mal gehört habe, wusste ich, dass sie perfekt zum Song passen würde. Daraufhin haben wir dann zusammen geschaut, ob ihr die Melodie tatsächlich liegt, und sie an ihre Tonlage angepasst, was sofort sehr gut funktioniert hat. Zum Schluss musste ich nur noch den Text fertig schreiben.

Du hast nicht immer Electropop gemacht. Wie kam es zu diesem Wandel? Kannst Du Dir vorstellen, genretechnisch weiter zu experimentieren oder würdest Du sagen, Du hast Deine Richtung jetzt gefunden?

Joe Genau, damals haben wir mit „Angel at my tabel“ eher Rock gemacht und waren vielleicht etwas „wilder“ unterwegs, aber ich habe auch damals schon einen Großteil unserer Songs geschrieben. Nach der Auflösung der Band musste ich dann schauen, wie ich meine Ideen alleine umsetzen kann und habe angefangen, mich in die Produktion elektrischer Musik einzuarbeiten. Ich habe immer schon gerne Klavier gespielt und bin ständig auf der Suche nach spannenden Sounds, sodass meine Songs heute eher in die Richtung Synthie-Pop gehen. Ich will mich allerdings nicht zu sehr festlegen. Mal schauen, wo die Reise hingeht.

Was sind Deine Pläne nach der Release von „Stuck On You“?

Joe Ich bin dabei, die nächste Single zu mixen. Der Gesang ist schon aufgezeichnet und ich kann schon verraten, dass man sich auf eine spannende Kollaboration freuen darf. Für Konzerte ist es momentan noch zu früh, das habe ich mir aber für die nächste Saison als Ziel genommen.

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