LUXEMBURG
KIM GREIS

„Tangle Tower“: Kurzweiliges Point-and-Click Mystery Abenteuer

Ein spannendes Point-and-Click Abenteuer im Jahr 2019? Das hört sich nach einer schwer zu bewältigenden Aufgabe an. SFB Games ist es allerdings gelungen, mit „Tangle Tower“ ein fesselndes Spiel zu entwickeln, das seit dem 22. Oktober auf der Nintendo Switch, auf der Plattform Steam und auf Apple Arcade erhältlich ist. Wir haben „Tangle Tower“ für die Switch angespielt.

Die Privatdetektive Grimoire und Sally werden damit beauftragt, einen mysteriösen Mordfall auf einer abgeschotteten Insel zu lösen. Hier steht das Anwesen „Tangle Tower“, das sich die Fellow- und die Pointer-Familien teilen. Die künstlerisch begabte Freya Fellow wurde erstochen, als sie eine Zeichnung von der verwandten Flora Remington angefertigt hat. Beide waren zu dem Zeitpunkt der Tat im gleichen Raum eingeschlossen und Flora hält auf dem Bild ein Objekt in der Hand, das einem Messer gleicht. Zu allem Überfluss wurde die angebliche Messerspitze rot gefärbt, und zwar nicht mit herkömmlicher Farbe, sondern mit Blut. Eine Tatwaffe wurde nicht gefunden. Ist Flora die Mörderin, oder verbirgt sich mehr hinter dem mysteriösen Mordfall?

Optisch beeindruckend

Das Spiel lässt einem die Wahl, ob man lieber mit Controller oder dem Touchscreen spielen möchte. Wir haben uns für die erste Variante entschieden, aber schnell gemerkt, dass es eher für die zweite Variante optimiert wurde. Zum einen bietet sich der Touchscreen für Point-and-Click Spiele an, andererseits gibt es bei der Controllervariante kaum „Tastaturkürzel“. Möchte man ein Menü verlassen, muss man den „Zurückknopf“ mit dem Cursor betätigen und kann dafür nicht zum Beispiel die „B-Taste“ verwenden. Dies ist lästig, aber nur ein kleines Manko. In genretypischer Manier kann man die einzelnen Räume des Anwesens untersuchen und die Verdächtigen befragen. Gewisse Ähnlichkeiten zur „Another Code“- oder der „Ace Attorney“-Reihe sind unverkennbar.

Grafisch ist „Tangle Towers“ eine Augenweide. Die Hintergründe und die Charaktere wurden liebevoll gestaltet. Die Charaktere sind alle einzigartig und bedienen verschiedene Klischees, ohne jedoch zu einseitig zu wirken. Durch die vollständige Synchronisierung aller Figuren erlangen diese eine gewisse Authentizität.

Vielseitige Rätsel

Im Gegensatz zu vergleichbaren genretypischen Spielen lässt „Tangle Tower“ den Spieler nicht lange im Dunkeln wandern. Sobald man beispielsweise die nötigen Hinweise gesammelt hat, schlägt einem das Spiel vor, wohin man als Nächstes gehen soll. Dadurch wird unnötiges Umherirren vermieden. Weiterhin kann man sich auch Tipps im Menü holen, falls man einmal nicht mehr weiterweiß. Die Rätsel sind allesamt machbar, wenngleich auch teilweise knifflig. Die Story bleibt bis zum Ende spannend, allerdings dauert es ein wenig, bis sie an Fahrt aufnimmt. Am Ende bleiben leider einige offene Fragen, die sehr viel Raum für eine Fortsetzung lassen. Das Spiel kann man in etwa fünf Stunden durchspielen und kann für 15 bis 20 Euro erworben werden.