BERLIN/LUXEMBURG
LJ MIT DPA

Heute ist der Internationale Tag der Migranten

Am heutigen Montag wird der Internationale Tag der Migranten begangen. Mit einem Aufruf zum Schutz der Rechte und der Würde von Menschen, die aus ihrer Heimat ausgewandert sind, hielten die Vereinten Nationen diesen Tag erstmals im Jahr 2000 ab. Bereits am 18. Dezember 1990 wurde indes die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen von der UN-Vollversammlung angenommen, die bislang allerdings noch nicht in Kraft getreten ist, da von den 20 nötigen Ratifizierungen bis jetzt nur 17 zustande gekommen sind.

Die richtigen Daten

Falsche und falsch interpretierte Zahlen über Migration können Politik und öffentliche Meinung nachhaltig negativ beeinflussen. Davor warnte Frank Laczko von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Berlin. Der Leiter des IOM-Zentrums für Datenanalyse stellte dort ein Internetportal vor, das internationale Zahlen zu Wanderungsbewegungen, Einwanderern, Asylbewerbern und Flüchtlingen aus verschiedenen Quellen bündelt. Bisher mussten Experten, Journalisten und politische Entscheider sich diese Daten über die mehr als 240 Millionen Migranten weltweit an verschiedenen Stellen zusammensuchen. „Es gibt viele Fehlwahrnehmungen über Migration“, erläuterte Laczko. Gerade beim heiklen Thema Zuwanderung könne der oft schwierige Zugang zu verifizierten Daten populistische Tendenzen fördern, erläuterten auch andere Experten. Das Portal enthält interaktive Karten. Gesucht werden kann weltweit, regional und nach Ländern. So zeigen die Zahlen, dass in den USA, Deutschland und Russland die meisten Zuwanderer leben (2015). Nationale Datensätze fehlen bisher, könnten aber in künftigen Ausbaustufen ergänzt werden. Außerdem wird über Unterschiede bei Definitionen und Unklarheiten der Datenerhebung aufgeklärt.

www.migrationdataportal.org