CARACAS
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Venezuela verlängert Gültigkeit der 100-Bolivar-Note

Die von einer schweren Inflation getroffenen Venezolaner können ihre aus dem Verkehr gezogene 100-Bolivar-Note doch noch bis Anfang Januar nutzen. Das kündigte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am Samstag an. Die neuen Scheine mit einem deutlich höheren Wert seien noch nicht erhältlich, weil drei das Geld transportierende Flugzeuge „Opfer von Sabotage“ geworden seien. Weitere Angaben dazu machte er nicht.

Hingegen erklärte er in einer Fernsehansprache, dass sich die Ausgabe der neuen Noten nun etwas verzögere. Zudem sagte er, dass die Grenzen zu Kolumbien und Brasilien noch weiter - bis zum 2. Januar - geschlossen blieben. Vor wenigen Tagen hatte er dies bereits angeordnet und die Sperre schon einmal verlängert. Maduro will damit nach eigener Aussage „Mafias“ fernhalten, die Bolivars massenhaft horteten.

Etwas mehr als vier Cent

Kritiker argumentieren, mögliche Gangster würden ihren Wohlstand wohl kaum in einer Währung halten, die weltweit derzeit am schnellsten an Wert verliert. Für einen 100-Bolivar-Schein bekommt man derzeit umgerechnet etwas mehr als vier Cent. Der Präsident hatte vor einer Woche angekündigt, die von den Venezolanern am meisten genutzte Banknote aus dem Verkehr zu ziehen. Über Tage hinweg standen Bürger daraufhin in langen Schlangen vor Bankfilialen an, um ihre entsprechenden Scheine umzutauschen. Doch dies war aufgrund der fehlenden neuen Noten nicht möglich.

Am Freitag war es zu Protesten von wütenden Demonstranten und Plünderungen in sechs Städten gekommen. Die Polizei unterband eine Plünderung in Maracaibo in der Nähe einer Bank - im Staat Bolivar plünderten Gruppen mehrere Geschäfte. Junge Männer warfen dabei die 100er-Scheine durch die Luft und sangen, dass diese nutzlos seien. Die Beamten reagierten mit Tränengas.