LONDON
MM/DPA

Dyson hat Pläne für drei Elektroauto-Modelle

Staubsauger, Haartrockner, Ventilatoren - und jetzt Elektroautos? Unternehmensgründer James Dyson hatte im vergangenen September angekündigt, Elektroautos bauen zu wollen. Drei Fahrzeuge seien aktuell in Arbeit, berichtet nun die britische Wirtschaftszeitung Financial Times. Der britische Hausgeräte-Spezialist Dyson hat bei seinem Vorstoß ins Autogeschäft laut einem Zeitungsbericht bereits Pläne für drei Fahrzeugmodelle. Das erste davon solle nur einige tausend Mal gebaut werden, schrieb die „Financial Times“ am gestrigen Mittwoch. Es sei vor allem dazu gedacht, die Zulieferkette aufzubauen und den Markt zu erkunden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Erst die beiden späteren Modelle solle es in erheblich größeren Stückzahlen geben.

Hauseigene Feststoff-Batterietechnik

In den Elektroautos wolle Dyson dann auf die hauseigene Feststoff-Batterietechnik setzen, berichtete die „Financial Times“ weiter. Solche Batterien sollen mehr Energie speichern können als die heute verbreiteten Lithium-Ionen-Akkuzellen. Feststoffzellen haben eine höhere Energiedichte und eine kürzere Ladezeit als herkömmliche Akkuzellen. Außerdem sind die Zellen nicht brennbar. Die Akkus entwickelt Dyson selbst. Auch Autohersteller und Zulieferer forschen an Feststoffbatterien. Toyota will sie bis 2025 in den Fahrzeugen haben. Das erste Dyson-Modell solle noch mit Lithium-Ionen-Batterien laufen, schrieb die „Financial Times“

Gründer und Chef James Dyson wurde im Gespräch mit der Zeitung mit den Worten zitiert, das Unternehmen investiere stark in die neue Batterietechnologie. Zugleich bekräftigte er, dass das erste Dyson-Auto wie angekündigt 2020 oder 2021 auf dem Markt sein solle. Hauptabsatzmarkt für die Elektroautos soll China sein, produziert werden soll in Asien.

Die vor allem für ihre Staubsauger bekannte
Firma investiert nach bisherigen Angaben eine Milliarde Pfund (aktuell 1,12 Mrd. Euro) in die Batterieentwicklung und eine weitere Milliarde in die Fahrzeugproduktion.

Letzten September hatte David Dyson mit der E-Auto-Offensive überrascht. Damals schrieb er auf Twitter, ein aktuell rund 400 Personen starkes Team, das noch wachsen solle, arbeitet bereits seit zweieinhalb Jahren an dem Projekt. Mit einem Automobilhersteller wolle man nicht zusammenarbeiten.

Eigenen Angaben nach beschäftigt Dyson rund 3.000 Wissenschaftler und Ingenieure. Das Unternehmen machte 2015 bei einem Umsatz von 1,74 Milliarden Pfund einen Gewinn von 448 Millionen Pfund und gab 206 Millionen Pfund für Produktentwicklung aus.