LUXEMBURG
IZ

Projekt „Royal Hamilius“: Mit dem Richtfest in Richtung Eröffnung Ende 2019

Ein Richtfest an einem Bau ist immer ein Zeichen dafür, dass es ordentlich vorangegangen ist - und der Abschluss quasi vor der Baustelleneinfahrt ansteht. Gestern fand nun ein solches Richtfest in Bezug auf das Projekt „Royal Hamilius“ statt und es wurde sich kräftig auf die Schultern geklopft, wie gelungen es doch sei.
„Oh ja, es ist immer ein großer Moment, einer der schönsten bei der Entwicklung eines Projekts“, sagt Vincent Beck, Verantwortlicher von Codic Luxemburg im Vorfeld des offiziellen Events mit einigen 100 Gästen. „Es ist heute unser Richtfest, bei dem das Ende der Rohbauarbeiten gefeiert und alle an den Bauarbeiten Beteiligten geehrt werden“ - auch wenn man von einem Rohbau nicht mehr sprechen ist, sind die Arbeiten doch bereits wesentlich weiter fortgeschritten. Die Rolltreppen sind bereits installiert, das Treppenhaus ist mit allen Handläufen versehen, die Lifte laufen, hier und da müssen noch die Deckenplatten das Kabelwirrwarr verdecken, von einem Rohbau kann nun wirklich keine Rede mehr sein.

„Insel Royal Hamilius“

Für „Royal Hamilius“ seien dies jahrelange Arbeiten, „mehrere Monate Arbeit für Hunderte von Begleitern vor Ort“, sagte auch Thierry Behiels, CEO von Codic International.
Im Jahr 2010 gewann Codic den von der Stadt Luxemburg ausgeschriebenen Wettbewerb zur Entwicklung der „Insel Royal Hamilius im Stadtzentrum unter der Leitung der renommierten Architekten Foster+Partners und Tetra Kayser Associés“, erklärt Beck bei der exklusiven Baustellenführung für die Luxemburger Presse. „Dieser Wettbewerb bestand in der Rekonstruktion eines neuen multifunktionalen Stadtteils im Herzen der Stadt Luxemburg.“ Einer der wichtigsten Aspekte des Wettbewerbs sei die Einrichtung eines Warenhauses, das die wirtschaftliche Dynamik und Attraktivität Luxemburgs erhöhen soll, gewesen. Ferner sind 7.500 m² Wohnraum eingeplant. Demgegenüber stehen 16.000 m² für den Handel als auch rund 10.000 m² für Bürofläche zur Verfügung. 1.000 m² kommen anderen Dienstleistungen und 1.300 m² Restaurants und Cafés zugute.
Der gesamte administrative Teil der Planungsphase mit der Stadt begann, „das stellte im eigentlichen Sinne unsere größte Herausforderung dar“, so Beck. Die Genehmigung wurde im Februar 2014 erteilt, die ersten Grabungsarbeiten auf dem Gelände wurden im März 2015 durchgeführt, um das bestehende Gelände vorzubereiten. „Den Grundstein für das Projekt haben wir am 28. September 2016 offiziell gelegt“, sagt Behiels.
Damals gab es ein großes, klaffendes Loch von 40 Metern Tiefe, was einem achtgeschossigen Gebäude entspricht. „100.000 m³ Sandstein wurden von der Firma Lingenheld abtransportiert“, berichtet Beck. Hunderte von Kilometern von Kabeln mussten verlegt werden, um Aushubarbeiten zu ermöglichen. Auf dem Platz und den umliegenden Straßen inmitten des Verkehrs sind neue Kabelnetzwerke entstanden, die eine Vielzahl von nur schrittweise möglichen Erschließungen und oft beengte Arbeitsbedingungen darstellten.
Arbeiten ohne größere Verkehrsbeeinträchtigungen und Unfälle
Es wurden drei Zufahrten zur und von der Baustelle eingerichtet, zwei davon unter dem Boulevard Royal, „um den Verkehr nicht zu stören und zu beeinflussen“, erzählt Beck. Insbesondere wurde ein 30 Meter langer Tunnel unter dem Boulevard Royal in Richtung Avenue Reuter geschoben.
Das Parkhaus wurde am 27. September 2018 für die Öffentlichkeit geöffnet. 628 Parkplätze bieten nun einen Premium-Zugang in der Innenstadt.
Es folgten die oberirdischen Arbeiten von Royal-Hamilius für den Bau der 10.000 m² an Bürofläche, die 73 Wohneinheiten und anfallende Gewerbefläche. Die Bauarbeiten am Projekt „unter der Führung von CDCL/Tralux stellten eine Superlative, ein echtes Titanprojekt, dar: Durchschnittlich waren rund 140 Arbeiter auf der Baustelle, 550.000 Arbeitsstunden sind angefallen, mehr als 46.000 m³ Beton, um die 5.000 Tonnen Stahlverstrebungen sowie drei Kränen, die sich in die Landschaft des Boulevards Royal eingegliedert haben“, beschreibt Beck das Arbeitspensum.
Es habe viele zusätzliche Arbeitsstunden gegeben, um die geplanten Zeitvorgaben einzuhalten, „zwei Winter, während denen trotz Regen und Kälte gearbeitet wurde“, dies bei einer gut organisierten Logistik, „um die Beeinträchtigungen so weit wie möglich zu begrenzen, da es sich nun einmal um eine Baustelle im Stadtzentrum handelt.“
„Besonders froh sind wir alle über den Umstand, dass es in mehr als vier Jahren Arbeit hier an dem Projekt dank der Professionalität und des Engagements aller Beteiligten keine schwereren Unfälle vor Ort gegeben hat“, sagt Beck, als er mit dem Pressetross im neuen Manko-Restaurant auf dem Dach angekommen ist, nachdem man den Bereich der neuen Galeries Lafayette erkundet hat,  „denn die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter auf Baustellen hat für uns als Codic eine absolute Priorität.“

Galeries Lafayette in Luxemburg: großes kommerzielles Flaggschiff

„Aktuell befinden wir uns nun in der Endphase des Royal-Hamilius-Projekts für die Eröffnung, die wir für Ende 2019 ins Auge gefasst haben.“ In den letzten Monaten des Jahres werden nun die Galeries Lafayette, Fnac, Delhaize, die Manko-Restaurants auf dem Dach und die weiteren 16 Geschäfte, die derzeit vermarktet werden, ihre Türen öffnen. „Die Teams arbeiten im Inneren und es ist erhebend, dass wir nun bereits das Projekt mit der Fassadenverkleidung sehen können“, schwärmt Beck. Die wichtigsten verwendeten Materialien sind Naturstein „Moca Crème du Portugal“, in Luxemburg hergestellte Ultraclear-Verglasungen und lackierte Bleche. „Alleine die Ansiedlung der Galeries Lafayette in Luxemburg ist eine außergewöhnliche Gelegenheit mit einem großen kommerziellen Flaggschiff“, sagt Behils.

Kosten: „... mehrere hundert Millionen Euro“

„Royal Hamilius“ biete ein einzigartiges Umfeld für Marken, die in Luxemburg noch nicht etabliert seien. „Seine geografische Lage ist außergewöhnlich, dank seiner Erreichbarkeit und Sichtbarkeit am Eingang zum Hauptgeschäftsviertel des Großherzogtums, bestehend aus der Grand Rue, der Rue Philippe II und den umliegenden Straßen“, beschreibt Behiels die Lage.
Die Innenstadt sei der bevorzugte Standort für internationale Marken, insbesondere für diejenigen, die in den Bereichen Luxus und Premium tätig sei. „Dank Royal Hamilius und der Aufnahme der Galeries Lafayette haben nun internationale Marken eine einzigartige und qualitative Chance, in den luxemburgischen Markt einzusteigen.“ Und der Fußgängerverkehr in der Innenstadt, der derzeit täglich rund 28.000 Personen umfasse, würde sich nach Prognosen um fast 20 Prozent erhöhen, was „Royal Hamilius“ und dem Rest der Innenstadt zugutekommt - „und die Attraktivität der Stadt steigern wird.“
Ach ja, und was die Baukosten für das Projekt anbelangt, da sprachen die Verantwortlichen lediglich von „ein paar hundert Millionen Euro“...
www.royal-hamilius.lu