LUXEMBURG
YVES KRIPPEL

Morgen ist der Welttag zum Schutz der Feuchtgebiete. Mit diesem wird seit 1997 die Unterzeichnung der sogenannten Ramsar-Konvention der Feuchtgebiete gefeiert. Dieser Tag wird  jedes Jahr genutzt, um auf die Situation der Feuchtgebiete hinzuweisen. Diese ist laut Yves Krippel vom „Naturpark Öewersauer“ alles andere als rosig.

„Bereits 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar die gleichnamige Konvention zwischen verschiedenen Staaten unterzeichnet, in der es um den Erhalt der weltweiten Feuchtgebiete geht. Unter Feuchtgebiete fällt alles, von Quellen, Bachläufen und Feuchtwiesen über Moore bis hin zu Flüssen und Seen. Damals lag das Augenmerk vor allem auf der Bedeutung dieser als Rückzugs- und Brutgebiete für Vögel. Feuchtgebiete sind einzigartige Lebensräume, jedoch nicht nur für Vögel. Aktuell steht vor allem die nachhaltige Nutzung der Feuchtbiotope im Vordergrund. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung werden durch einen Maßnahmenplan umgesetzt, der aus vielen verschiedenen Elementen besteht. So gehören zu dem Ramsar-Gebiet in Luxemburg etwa Gebiete, die zu Natura 2000 oder auch Naturschutzgebieten zählen. Entsprechend wird etwa gegen invasive Arten vorgegangen wie dem Riesenbärenklau. Auch der Schutz und Erhalt von Quellen, dass etwa keine Pestizide oder andere Stoffe durch die Landwirtschaft oder andere Aktivitäten in diese geraten, sowie die Renaturierung von Bächen und Flüssen, um nur einige Maßnahmen zu nennen, werden durchgeführt. Bei all diesen Bemühungen ist es jedoch so, dass die Situation der Feuchtgebiete schlecht ist. Weltweit gesehen ist der Bestand an Feuchtgebieten insgesamt um fast 50 Prozent zurückgegangen. In Frankreich sind es 67 Prozent und bei uns sogar 80 Prozent. Gründe hierfür sind auf Luxemburg bezogen unter anderem die starke Zersiedlung aber auch die Landwirtschaft. Hinzu kommt die allgemeine Umweltverschmutzung aber auch der Klimawandel. Zu den Auswirkungen zählt etwa das Verschwinden von empfindlichen Pflanzenarten, sowie von spezifischen Tierarten, da ihnen die Lebensgrundlage genommen wurde. Von den Feuchtgebieten, die wir noch haben, ist der Großteil in einem schlechten oder sogar sehr schlechten Zustand. Damit die aktuelle negative Tendenz sich verbessert, müssen wir noch mehr tun als bisher. Dazu zählen etwa Kooperationen wie wir sie als Naturpark mit den Landwirten und dem Wasserversorger SEBES haben. Aber auch die Sensibilisierung der jeweiligen Akteure sowie der Öffentlichkeit ist sehr wichtig. So organisieren wir jedes Jahr zum Welttag zum Schutz der Feuchtgebiete eine Exkursion und diverse Workshops hinzukommt, dass wir im Rahmen des INTERREG Grande Région Projektes „Wasserreiseroute“, bei dem wir mit fünf anderen Naturparks zusammenarbeiten, den Fotowettbewerb „Entdeckung der Feuchtgebiete der Großregion“ ausgerufen hatten. Die Preisüberreichung findet am Sonntag in der Tuchfabrik in Esch/Sauer statt. In dem Rahmen wird auch die gleichnamige Wanderausstellung eröffnet.“