CLAUDE KARGER

Über konkrete Lösungen für den Klimaschutz

Am 30. November startet sie, die Weltklimakonferenz in Paris, die sich bis zum 11. Dezember hinziehen wird. Dort soll eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des berühmten Kyoto-Protokolls verabschiedet werden. Das 1997 in der japanischen Stadt erreichte Abkommen legte erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest. Erreicht wurden die für die Begrenzung der Erderwärmung formulierten Ziele nicht - auch weil große Industrienationen wie etwa die USA und China nicht mit am Strang zogen. Seither hangeln sich die Länder von Klimagipfel zu Nachhaltigkeitskonferenz, ohne allerdings bislang eine weltumspannende Vereinbarung gegen die Klimaerwärmung zu erreichen.

Dabei drängt die Zeit: Wissenschaftler warnen vor den dramatischen Konsequenzen, die ein globaler Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius bis 2100 nach sich ziehen würde: Schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel, Wetterextreme, Verschiebung von Klima- und Vegetationszonen, Zunahme tropischer Krankheiten...

Entwicklungen, die Millionen Menschen weltweit in die Flucht treiben würden. Ein vor zwei Wochen veröffentlichter Bericht der Weltbank geht davon aus, dass 100 Millionen Menschen durch den Klimawandel in die Armut abzurutschen drohen.

Auch die größten Industrienationen haben nun erkannt, dass gehandelt werden muss - zumindest erklären ihre Lenker das öffentlich. So wie beim Gipfel des G20, der mächtigsten Industrie- und Schwellenländer, der am Montag im türkischen Belek zu Ende ging. Man setze auf einen Erfolg der Weltklimakonferenz (auch COP21 genannt) in zwei Wochen in Paris, hieß es. Echten neuen Schwung haben die G20-Länder den Verhandlungen aber wenig verliehen - vielleicht auch, weil sich der Gipfel vor allem auf die Reaktion auf die blutigen Terroranschläge in Paris konzentrierte.

Auf jeden Fall gibt es bei der COP21 - bei der Luxemburg als EU-Ratspräsidentschaftsland diesmal eine besondere Vermittlerrolle zukommt - noch eine Menge Punkte zu klären. Als einer der kritischsten Punkte gilt die Finanzierung des Weltklimafonds, der ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar gespeist werden soll und vornehmlich Entwicklungs- und Schwellenländern helfen soll, sich gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu wappnen und die Verwendung erneuerbarer Energien dort anzukurbeln.

Längst sind in diesen Ländern Unternehmen aktiv, die den Menschen etwa Alternativlösungen zu fossilen Brennstoffen zur Verfügung stellen und aus vorhandenen, erneuerbaren Ressourcen Bau- und Produktionsstoffe machen. Aber die Forschung an solchen Lösungen läuft eigentlich überall auf der Welt auf Hochtouren, wie aus dieser „Journal“-Ausgabe deutlich hervor geht. Wie 19 andere Medienhäuser rund um den Globus laden wir Sie heute, liebe Leser, zu einer Weltreise der ganz besonderen Art ein. Wir stellen eine Menge Unternehmenslösungen vor, die aus Nachhaltigkeits- aber manchmal auch vorrangig aus knallharten Kostenreduzierungsbeweggründen heraus entstanden sind. Eine äußerst interessante Erfahrung, nicht nur wegen der spannenden Projekte und Produkte an sich, von denen wir insgesamt 18 auf den nachfolgenden Seiten beleuchten, sondern auch wegen der Zusammenarbeit mit den Partnermedien von „Solutions & Co“ und den Koordinatoren von Sparknews, die wir durch unser Verwaltungsratsmitglied Kik Schneider - Merci, Kik! - näher kennen lernten. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen. Vor allem auch den Teilnehmern am Weltklimagipfel, für die der Innovationsgeist der Unternehmen eine Inspiration sein mag.

www.solutionsandco.org

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