MARIANNE KOLLMESCH

Auf den Einsatz von Pestiziden bei Blumen im öffentlichen Raum zu verzichten reicht nicht, wenn es um den Schutz von Bienen und anderen Bestäubern geht. Denn in der Blumenproduktion angewandte giftige Pflanzenschutzmittel sind auch später, wenn die Pflanze im Garten oder im Kasten blüht, noch in ihr enthalten. Das Projekt „Blummen ouni Pestiziden“ versucht seit knapp zwei Jahren, diese Problematik anzugehen. Mit ersten Erfolgen, wie Marianne Kollmesch von der „Emweltberodung Lëtzebuerg“ (EBL) asbl erklärt.

„Unter dem Impuls der EBL haben sich 2015 ein paar Gemeinden und Produzenten zusammengesetzt und das Pilotprojekt ,Blumen ohne Pestizide‘ ins Leben gerufen. Bei ihrer Koordinierungsarbeit für die Kampagne ,Ouni Pestiziden‘ kann die EBL auf den Rückhalt von vielen Partnern und Unterstützern zählen. Im Oktober des darauf folgenden Jahres wurden alle Gemeinden angeschrieben, um sie zur Teilnahme aufzurufen. Gemeinden, die sich zurückmeldeten, wurden daraufhin individuell von einem EBL-Mitarbeiter begleitet, um etwaige Bedenken auszuräumen und zu klären, ob sie nur für einen Teil oder ganz auf pestizidfreie Blumen zurückgreifen wollen. 

Viele Bedenken im Rückgriff auf pestizidfreie Pflanzen erweisen sich nämlich als unbegründet. Beim Preis lassen sich kaum Unterschiede beobachten, die Auswahl ist nur unwesentlich geringer. Auch qualitativ gibt es keine Unterschiede, pestizidfrei kultivierte Sommerblumen sind sogar stabiler als konventionell produzierte. Das größte Hindernis bestand bislang darin, Blumenläden und Händler, die ihre Waren aus dem Ausland erhalten, mit lokal produzierten pestizidfreien Blumen zu versorgen. Das soll sich in Zukunft ändern. Mehrere luxemburgische Gartenbaubetriebe haben sich schon dafür entschieden, pestizidfrei zu produzieren. 

30 Gemeinden haben derzeit pestizidfreie Blumen gepflanzt. Einige zu Testzwecken nur in kleinen Mengen, andere schon im großen Stil. Mit unserer Kampagne wollen wir, entweder schon für diesen Herbst oder aber für das nächste Frühjahr, weitere Gemeinden für das Projekt gewinnen. Man muss wissen, dass Bestäuberinsekten die Gifte bei herkömmlich produzierten Blumen mit dem Pollen aufnehmen und daran sterben. Darüber hinaus ergibt sich daraus für luxemburgische Gartenbaubetriebe eine interessante Marktnische, die sich ansonsten im internationalen, nur auf den Preis ausgerichteten Wettbewerb schwer tun. Regional produzierte Pflanzen sind außerdem nachhaltiger, da der weite Transport weg entfällt.“

Mehr unter www.ebl.lu und www.ounipestiziden.lu