LUXEMBURGVIDOSAVA KUZMIC

Letzte Woche fand in Rotterdam der 30. Shell Eco Marathonmit luxemburgischer Beteiligung statt

Mit einem Liter Treibstoff ganze 593 Kilometer fahren? Klingt erstmal unmöglich, hat ein luxemburgisches Schulteam aber tatsächlich geschafft. Mit einem selbst gebauten Auto sind achtzehn Schüler und Professoren des Lycée Technique des Arts Et Metiers (LTAM) gegen 200 weitere Mannschaften angetreten, und konnten in ihrer Kategorie einen guten dreizehnten Platz erlangen. Das Team proTRon der Hochschule Trier belegte den zweiten Platz.

Im „Journal“-Interview haben wir mit den zwei luxemburgischen Teilnehmern, Ben Ries (20) und Tim Greiveldinger (18) vom LTAM gesprochen.

Wieso habt Ihr beim Shell Eco Marathon mitgemacht?

Ben Ries Nachdem ich ein oder zwei Mal dort war und es mir gefallen hatte, habe ich mich entschieden teilzunehmen, als ich gefragt wurde. Es interessiert mich einfach mit Motoren und deren Technik zu arbeiten.

Tim Greiveldinger Mich hat die Idee fasziniert, mit einem Liter Benzin so weit wie möglich zu fahren. Da ich auf einer Mechaniker-Klasse bin, wollte ich meinen Teil zum Erfolg beitragen.

Welches Fahrzeug habt Ihr gebaut?

Greiveldinger Wir haben ein dreirädriges Fahrzeug gebaut. Für das Grundgerüst nahmen wir Aluminium, da es ziemlich stabil, aber auch leicht ist. Der Rest war aus Wabenstrukturplatten, welche auch im Flugzeugbau eingesetzt werden. Somit war das Auto leicht, aber trotzdem stabil genug, um die Sicherheit des Piloten zu gewährleisten.

Ries Es wiegt nur 46kg ohne Fahrer und heißt übrigens „Ecotöff 2“.

Welche Rollen hattet Ihr im Team?

Ries Ich war einer der zwei Piloten und hatte das Glück, das Auto fahren zu dürfen. Meine Aufgabe war es, einen guten Lauf zu fahren und im Anschluss daran den Mechanikern Feedback zu geben. Zum Beispiel dazu, wie sich das Auto verhält, was alles auf der Strecke passiert ist oder ob es Probleme gab. Ich musste auch Daten auswerten, die während der Zeit erhoben wurden.

Greiveldinger Ich bin als Mechaniker mitgereist. Meine Hauptaufgabe war die ganze Tankanlage, das heißt, ich habe mich vor dem Start immer um die korrekte Betankung des Fahrzeugs gekümmert und dafür gesorgt, dass genügend Druck in den Leitungen herrschte. Außerdem war ich dafür zuständig, dass die Folie auf der Karkasse vor jedem Lauf gut gestrafft war.

Was habt Ihr in dieser einen Woche in Rotterdam gemacht?

Greiveldinger Wir haben fleißig am Auto gebaut und getüftelt, da wir den ersten Safety- und Technical- Check nicht bestanden hatten. Daraus folgten zwei sehr lange Tage, um das Fahrzeug gemäß den Regeln umzubauen. Aber natürlich haben wir nicht nur gearbeitet, sondern auch gegrillt und lustige Abende zusammen verbracht.

Ries Die Atmosphäre war super, sowohl zwischen den einzelnen Teams, als auch in unserem eigenen Team. Wir waren eine tolle Mannschaft und haben sehr viel miteinander gelacht.

Greiveldinger Natürlich war vor den einzelnen Läufen etwas Stress angesagt, aber sobald das Fahrzeug rollte, war die Stimmung wieder ganz entspannt.

Was hat Euch diese Erfahrung gebracht?

Ries Es war eine tolle Erfahrung fürs Leben. Man sah wirklich, dass immer mehr Wert auf Sparsamkeit gelegt wird und es viele neue, nachhaltige Vorgehensweisen gibt.

Greiveldinger Da wir dieses Jahr zum ersten Mal mit einer elektronisch geregelten Einspritzung gefahren sind, konnten wir viel darüber lernen. Nun geht es darum, die Einspritzung zu optimieren. Außerdem war in Rotterdam eine gute Gelegenheit, die Fahrzeuge der anderen Teilnehmer mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und neue Ideen zu bekommen.