LUXEMBURG
SIMON LAROSCHE

Stadt-Luxemburg eröffnet demnächst als erste Gemeinde im Landeine Kindertagesstätte, die sich an Eltern richtet, welche nachts arbeiten

Die Stadt-Luxemburg bleibt als bevölkerungsreichste Gemeinde des Landes seiner Vorreiterrolle gerecht. Demnächst wird in der Hauptstadt nämlich eine Ganztages-Kinderkrippe eröffnet, eine sogenannte „Crèche Nocturne“, die das Leben jener Eltern erleichtern wird, die auf Schichten arbeiten. Besonders alleinerziehende Eltern, die nachts arbeiten müssen, etwa im Gastronomiebereich würden davon profitieren, unterstrich gestern Bürgermeister Xavier Bettel anlässlich des monatlichen City Breakfast-Pressebriefings. Der Betreiber dieser 24-Stunden- „Crèche“ habe bereits ein geeignetes Gebäude gefunden. Weiter will die Stadt-Luxemburg die geografische Aufteilung der Kindertagesstätten in der Gemeinde verbessern, da die in den 85 Kindertagesstätten angebotenen 2751 Plätze laut Bettel ungleich zwischen den Vierteln aufgeteilt sind.

Bessere geografische Aufteilungder „Crèches“

In Neudorf gebe es zum Beispiel ein Angebot von 326 Plätzen, während es in Mühlenbach deren nur 15 gebe. Übrigens besteht die Gemeinde in Zukunft darauf, dass neue Kindertagesstätten ihr Angebot zur Hälfte Kindern vorbehalten, die auch tatsächlich in der Stadt wohnhaft sind.

In Sachen Parking-Problematik hat die Gemeinde vor einigen Monaten bekanntlich das Parking Bouillon für jene Fahrer gebührenpflichtig gemacht, welche dort ihr Fahrzeug länger als 24 Stunden abstellen. Das Parking sei nicht für Dauerparker gedacht, und schon gar nicht für Leute, die ihr Auto dort abstellen, um mit dem Bus zu den Flughäfen in Hahn und Charleroi zu fahren, stellte Transportschöffe François Bausch klar. Seit Einführung dieser Preispolitik seien quasi über Nacht 270 Dauerparker verschwunden, so noch Bausch, was natürlich bedeutet, dass jetzt mehr Plätze für Arbeitspendler vorhanden sind.

P&R Bouillon: Kampf den Langzeitparkern

Damit ist das Problem jedoch noch nicht ganz gelöst. „Es gibt noch immer ungefähr 80 Langzeitparker im Parking Bouillon. Ihretwegen wird der Preis jetzt wohl noch weiter erhöht werden“, verkündete Bausch gestern.

Letzte Woche hatten die als Oppositionsparteien im Gemeinderat fungierenden „Stater Sozialisten“ und „Déi Lénk“ bei einer gemeinsamen Veranstaltung die mangelhafte Fußgänger-Politik von Blau-Grün kritisiert. François Bausch erklärte allerdings gestern merkwürdigerweise, dass dieses Gestichel Teil einer konstruktiven Mitarbeit der Opposition sei. „Die zwei Anträge, die von den LSAP und Déi Lénk-Politikern gestellt wurden entsprechen genau den Entschlüssen, die wir im bestehenden Koalitionsvertrag in unseren Absichten festgehalten haben. Für den Schöffenrat ist es natürlich leichter zu arbeiten, wenn er bei einer bestimmten Frage nicht nur auf die Unterstützung der Mehrheit, sondern auch auf die der Opposition zählen kann.“ Der Politiker von déi Gréng teilte ferner mit, dass die Gemeinde kurz vor dem Abschließen eines Vertrags mit einem renommierten Urbanismusbüro stünde.
Avenue de la Liberté soll teilweise umgestaltet werden

Der Hauptauftrag für diese Firma, die sich auf Fußgänger, Fahrräder und sanfte Mobilität spezialisiert, wird sein, den unattraktiven, vom Verkehr überlasteten unteren Abschnitt der Avenue de la Liberté für die Fußgänger und Geschäftsleute schöner umzugestalten. Ein bekanntes Beispiel aus dem Ausland, wo eine ähnliche Planung erfolgreich war, sei das Times Square in New York.

Apropos Verbesserung der Lebensqualität: gestern teilte der Bürgermeister mit, dass auf dem kleinen Platz hinter dem Kapuzinertheater (gegenüber dem Marlboro Classics-Laden und dem Olliewood Skateshop) ein neuer futuristischer Kinderspielplatz gebaut wird. Nach dem Abriss des bei den Kindern und Eltern sehr beliebten Spielplatzes auf dem „Knuedler“, werden sich die Kleinsten in nächster Zeit also wieder mitten im Stadtzentrum köstlich vergnügen können