LUXEMBURGSVEN WOHL

CGJL erläutert Beweggründe hinter Entlassung von Patrick Weymerskirch

Die Nachricht sorgte zunächst für Verwirrung: Als am vergangenen Sonntag die Presse darüber informiert wurde, dass der damalige Präsident des Jugendparlamentes, Patrick Weymerskirch, durch den Dachverband des Projektes, der CGJL (Conférence generale de la Jeunesse du Luxemoburg), abgesetzt wurde, dominierten zahlreiche Fragen rund um die Beweggründe dieser Entscheidung die Berichterstattung. Auch die sich widersprechenden Darstellungen der Betroffenen trug nicht zu einer Klärung der Situation bei. Gestern lud die CGJL zu einer Pressekonferenz, auf der erklärt werden sollte, welche Gründe die Entlassung hatte.

Konkrete Fälle

Insgesamt acht konkrete Fälle wurden von der CGJL präsentiert. Dabei erläuterte der Präsident der Jugendkonferenz, Maurice Losch, dass es sich dabei um eine Auswahl handele und die Entscheidung sei nicht auf Basis eines einzelnen, sondern eben mehrerer Vorfälle gefallen. Zudem hätte man, so wie das auch zuvor kommuniziert wurde, mit Patrick Weymerskirch im Rahmen dieser Vorfälle über die vergangenen beiden Jahre offiziell und inoffiziell geredet. Auf die Frage hin, ob man ihm explizit vor einem eventuellen Rauswurf gewarnt hatte, verneinte Maurice Losch und erklärte, dass der gesunde Menschenverstand gebiete, dass Patrick Weymerskirch nach mehreren formellen und informellen Gesprächen keine explizite Warnung vor einem Rauswurf gebraucht hätte.

Öffentliche Auftritte ohne Absegnung

Unter den acht konkret aufgeführten Fällen sind zum einem Vorfälle vorzufinden, in denen Patrick Weymerskirch bei öffentlichen Auftritten Positionen zu Themen bezogen hätte, die nicht vom Jugendparlament abgesegnet worden seien, und zum anderen auch die Beteiligung an politischen Events, bei der die politische Neutralität des Präsidenten des Jugendparlamentes infrage gestellt sei. Denn das Jugendparlament verstehe sich als ein Projekt, das Jugendlichen, die in keiner Organisation sind, eine Plattform gebe um aktiv zu werden. Zwar verbiete man niemandem, eine Parteikarte zu besitzen, doch die Neutralität des Jugendparlamentes müsse gewährt bleiben, so die Vertreter der CGJL. Der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat, war der Auftritt von Patrick Weymerskirch im Rahmen eines Europawahl-Events der LSAP am 8. Mai. Patrick Weymerskirch ist Mitglied bei der LSAP.

Gestern informierte zudem die FNEL (Fédération Nationale des Eclaireurs et Eclaireuses du Luxembourg) per Pressemitteilung darüber, dass die Organisation, die auch Teil der CGJL ist, sich explizit von der Informationspolitik, die in diesem Fall zur Anwendung kam, distanziert. Djuna Bernard und Patrick Azevedo, die beiden Vertreter der FNEL bei der CGJL, fordern einen transparenten und konstruktiven Dialog zwischen allen beteiligten Parteien.