LUXEMBURG
MARCO MENG

Wirtschaftsminister Etienne Schneider auf Arbeitsbesuch in Japan

Wirtschaftsminister Schneider ist auf Arbeitsbesuch in Japan, und wie angekündigt wird es auch bei dieser bis Freitag dauernden Reise exklusiv um das Projekt Spaceresources.lu gehen. Schneider wardeswegen erst letzte Woche mit einer luxemburgischen Wirtschaftsdelegation in die USA gereist.

Auf der Agenda steht nun ein Treffen mit Toshiei Mizuochi, der unter anderem Japans Bildungs-, Wissenschafts- und Technikminister ist, wie auch mit Yosuke Tsuruho, der für Raumfahrtpolitik zuständige Staatssekretär der japanischen Regierung. Ausgelotet werden soll dabei eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Länder im Rahmen der SpaceResources.lu-Initiative.

Schneider wird auch die japanische Weltraumagentur JAXA besuchen sowie die Firma ispace, die in Luxemburg bei Paul Wurth eine Niederlassung gründete und im Dezember unter luxemburgischer Flagge die erste Mondmission durchführt. ispace arbeitet in Luxemburg mit dem Forschungsinstitut LIST zusammen, deren Massenspektrometer im Weltall zur Gesteinsuntersuchung eingesetzt werden soll. Allerdings muss er dafür „weltraumtauglich“ gemacht werden - also kleiner und leichter. In zwei Jahren soll es soweit sein.

Initiative zum Nutzen der luxemburgischen Industrie

Schneider will mit der Initiative SpaceResources.lu vor allem den luxemburgischen Forschungsstandort ausbauen und zu einer wichtigen Adresse machen, wenn es um Raumfahrttechnologie geht. Als Mitglied der europäischen Weltraumagentur ESA kann Luxemburg wie alle anderen Mitglieder auch die eigenen Beiträge an die ESA zur Förderung der eigenen Industrie nutzen, wie Schneider kürzlich in San Francisco erklärte. Doch bislang war dieser „Rückfluss“ an Investitionen in Luxemburg nur schwer möglich - weil es eben kaum Weltraum-Unternehmen hierzulande gibt. Das soll sich ändern. Neben Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten ist auch Portugal an der luxemburgischen Initiative interessiert. Anfang April schlossen Schneider und der portugiesische Forschungsminister Manuel Heito eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit in diesem Bereich.

Dass Luxemburg nicht nur mit dem Satellitenbetreiber SES Weltraumerfahrung hat, davon konnte sich Schneider übrigens kürzlich beim Besuch des SETI-Instituts bei San Francisco überzeugen. Dort traf er auf die inzwischen pensionierte, aus Luxemburg stammende Physikerin Marie-Josée Deutsch, die lange bei der NASA beschäftigt war und an vielen Weltraumprojekten, u.a. Marsmissionen, mitgearbeitet hatte.