LUXEMBURG
LUC SPADA

Vielleicht ist es einfach zu warm, die Sonne scheint ja ständig. Ich habe sogar einen Sonnenbrand. Mitten im Gesicht. Es sieht mittelmäßig aus. Vielleicht sind es diese fliegenden Dinger, die mich ablenken, mich daran hindern, ein RELEVANTES und WICHTIGES und SPANNENDES Thema für die heutige Kolumne zu besprechen. Seit fast schon zwei Jahren schreibe ich jede Woche für euch und dies ist das zweite Mal, dass mir nichts einfallen will.

Über die Hitze habe ich schon geschrieben. Letzte Woche sogar über eine Hochzeit. Über Männer habe ich schon geschrieben, natürlich genau so oft über Frauen, über Gleichberechtigung, über Zombies und Heidi Klum, Matratzen und erste Liebe, Kinder und Afrika, Brüssel und Halunken. Alles schon abgehakt.

Eigentlich würde ich ja gerne einmal über Eifersucht schreiben. Also nicht so am Rand, sondern so richtig, und ich habe auch schon öfters angefangen, aber irgendwie wollen die Worte nicht so, wie ich mir das wünsche. Ich finde Eifersucht nämlich Quatsch. Die blödeste und anstrengendste aller Reaktionen in menschlichen Beziehungen. Es gibt auch keine gesunde Eifersucht, keine berechtigte Eifersucht oder eine notwendige Eifersucht. Es gibt nur Selbstwertgefühl, Vertrauen und „den ganzen anderen Scheiß einfach lassen“.

„Ääääh aber…“ oder „Naja, man muss aber auch sehen, dass…“ willst Du jetzt sagen, und dann will ich in Zukunft einfach nur noch antworten, dass Du meine Kolumne lesen sollst, und zwar die eine da, als ich über Eifersucht schrieb und dann Ruhe. Da es diesen Text aber noch nicht gibt, da noch nicht geschrieben, höre ich jetzt lieber auf, auf Basis von hypothetischem Irgendwas zu quatschen. Nur so viel, Eifersucht beruht auch oft auf Basis von hypothetischem Irgendwas.

Anderes Thema. Ich wurde letzte Woche 33 Jahre alt, eine Schnapszahl, wie man so schön sagt, und wenn Du mir nicht alles alles, wirklich alles Gute zum Geburtstag gewünscht hast, sollst Du Zeit Deines Lebens nie wieder Kuchen essen. Auch keinen glutenfreien, veganen oder/und laktosefreien. Übers Älter werden habe ich auch schon oft hier doziert. Demnach keine Option für die heutige Kolumne.

Heute, da ich diese Kolumne ja nicht live schreiben kann, ist Samstag. Morgen ist Sonntag, folgerichtig. Habe ich bereits erwähnt, dass ich Sonntage nicht mag? Ich spür’ das immer im ganzen Körper, wenn Sonntag ist. Als würde ständig ein Geistlicher hinter mir stehen und mir befehlen, dass ich den ganzen Tag nur beten darf. Und alle anderen Menschen ebenfalls. Dies, um Gott bei seinem Sonntagsschläfchen nicht zu stören, damit er am Tag drauf wieder fit ist. Mist, ich hätte über Gott schreiben können. Nächste Woche dann.