LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Unter strengen Auflagen: Restaurants und Cafés dürfen ab Freitag wieder öffnen – Terrassen sind schon ab Mittwoch wieder auf

Auf diese Nachricht haben nicht nur die betroffenen Gastronomen gewartet, sondern mit Sicherheit auch ein Großteil der Bevölkerung: Ab Freitag dürfen auch in Luxemburg die Restaurants und Cafés wieder aufmachen; Betriebe, die eine Terrasse haben, können hier sogar schon ab Mittwoch wieder Gäste empfangen – das Ganze natürlich unter den inzwischen gewohnten Sicherheitsauflagen.

Dies wurde heute Vormittag im Regierungsrat beschlossen und am Nachmittag von Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) mitgeteilt. Wer ein Bier trinken oder eine Kleinigkeit essen wollte, der konnte in den vergangenen Tagen allerdings schon zu unseren deutschen Nachbarn fahren, wo das bereits möglich war. Jetzt kann er das auch wieder im Großherzogtum tun.

Begräbnisse oder Hochzeiten mit mehr als 20 Personen möglich

Zu Beginn der Pressekonferenz ging Xavier Bettel aber noch kurz auf die aktuellen, tagtäglich aktualisierten Corona-Zahlen ein, denen zu entnehmen ist, dass es heute nur eine Neuinfektion zu verzeichnen gab, nachdem es auch am Sonntag nur zwei neue auf Covid-19 positiv getestete Personen gab und mittlerweile nur noch vier Corona-Patienten auf der Intensivstation liegen.

Der Regierungschef bezeichnete dies als gute Nachricht, gab aber zu bedenken, dass das Virus noch immer da sei. Wenn die Regierung jetzt direkt sämtliche Schutzmaßnahmen und Einschränkungen aufheben würde, dann würden dies die Bemühungen der vergangenen Wochen und Monate zunichte machen.

Weitere Lockerungen seien angesichts der positiven Entwicklung der Corona-Zahlen jedoch möglich gewesen, so Bettel, der in diesem Zusammenhang ankündigte, dass in Sachen Versammlungen zwar weiterhin die Bestimmungen von sechs Personen zu Hause und 20 Personen draußen gelten würden, ab diesem Freitag jedoch bei Begräbnissen oder Hochzeiten mehr als 20 Leute zusammenkommen könnten, wenn die nötigen Abstands- (zwei Meter) und Hygieneregeln (Mund- und Nasenschutz) garantiert seien. Das Gleiche gelte für Veranstaltungen im kulturellen und sportlichen Bereich, bei denen die Plätze im Voraus reserviert werden könnten. Genannt wurden hier unter anderem auch das Kino, Kulthandlungen und Kongresse.

Fitness-Center dürfen wieder aufmachen

Sport sei nun auch wieder drinnen möglich, wenn die nötige Distanz gewährleistet ist, was auch für Schwimmbäder gelte. Auch Fitness-Center könnten wieder aufmachen allerdings ohne ihren Wellness-Bereich. Spielplätze bleiben indes vorerst noch geschlossen, wie auch größere Veranstaltungen wie Messen immer noch nicht möglich sind.

Dann konnte der Staatsminister aber auch ankündigen, dass die Restaurants und Cafés ab Freitag dieser Woche wieder öffnen dürfen, die Terrassen sogar schon ab Mittwoch, das Ganze aber immer nur unter Berücksichtigung strenger Auflagen. So ist hier zwischen den Tischen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern vorgeschrieben, oder aber, wenn das nicht möglich ist, Trennwände aus Plexiglas. Ihren Namen und ihre Telefonnummer müssen die Gäste in Luxemburg – im Gegensatz zu Deutschland, wo diesbezügliche Formulare ausgefüllt werden müssen – indes nicht hinterlassen.

Pro Tisch dürfen maximal vier Gäste bewirtet werden, es sei denn, es handelt sich um eine zusammen wohnende Familie mit mehr Mitgliedern. Es gilt jedoch Sitzpflicht, der Konsum im Stehen ist verboten, und für das Personal und die Besucher gilt Maskenpflicht, wenn sie nicht am Tisch sitzen. Die Sperrstunde wird indes auf Mitternacht vorgezogen, „nuits blanches“ bleiben vorerst untersagt.

Eine zweite Welle verhindern

Gesundheitsministerin Paulette Lenert gab ihrerseits an, dass die schrittweise Vorgehensweise der Regierung richtig gewesen sei, und die Maßnahmen und Einschränkungen ihre Früchte getragen hätten. So würde Luxemburg inzwischen über Zahlen verfügen, von denen man vor einigen Wochen nicht einmal zu träumen gewagt habe.

Mit den aktuellen Lockerungen gehe man einen großen Schritt in Richtung Selbstverantwortung. Eine zweite Welle zu verhindern, müsse jetzt das Ziel sein, wobei es weiterhin darum gehe, besonders vulnerable Personen zu schützen...