LUXEMBURG
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LUNEX-Sportuniversität ist offen für Zusammenarbeit

Seit November 2016 gibt es die LUNEX Sportuniversität in Differdingen, die sich offiziell „International University of Health, Exercise and Sports“ nennt. Der Anspruch ist international, dementsprechend gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Sportorganisationen, Vereinen und Verbänden, Trainingszentren und therapeutische Praxen sowie Unternehmen. Dazu gehören auch Experten des Olympischen Komitees und Wissenschaft. In den Therapieberufen besteht laut Sportuniversität ein stetiger Austausch mit den jeweiligen Berufsverbänden und therapeutischen Einrichtungen.
An der LUNEX Universität gibt es die Studiengänge Physiotherapy (B.Sc. & M.Sc.), Exercise and Sports Science (B.Sc.), International Sports Management (B.A.) sowie ein „Foundation Semester“, das sich besonders an Bewerber für die Bachelor-Studiengänge Physiotherapie und Sportwissenschaften (Human Movement) richtet, die an den Aufnahmetests zunächst gescheitert sind. Unterrichtet wird auf Englisch in kleinen Klassen zwischen 25 und 40 Studierenden. Die staatlich anerkannte Hochschule bietet auch Weiterbildung an. Sie sieht sich insbesondere auch als Option für Hochleistungssportler.
Bislang gibt es noch keine konkreten Pläne zur Zusammenarbeit der „LUNEX University“ mit dem „Luxembourg Institute for High Performance in Sports“. „Wir sind jedoch für Gespräche diesbezüglich mit dem Sportministerium und dem COSL offen und würden uns über eine Zusammenarbeit sehr freuen“, sagt Prof. Dr. Andreas Mierau, Akademischer Leiter der „LUNEX University“. 

Die Sportklinik Eich ist Teil des Konzepts

Die Sportklinik des „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL) gibt es 2018 bereits seit 14 Jahren. Bei der Gründung ging es darum, über den Rand rein orthopädischer Maßnahmen hinaus zu gehen und auch Themen wie Reha, Physiotherapie, Aufbautraining, Rheumatologie und Prävention zu vereinen. Rund zehn Ärzte verschiedener Fachrichtungen und fünf Physiotherapeuten arbeiten übergreifend zusammen. Ihr Arbeit ist keineswegs nur Hochleistungssportlern vorbehalten; im Gegenteil. Das Gros der Anfragen kommt aus der Bevölkerung zu Fragen der Verletzungsbehandlung, des Umgangs mit Sport nach Unfällen, zu Herz-Kreislauferkrankungen oder Risiken. Die Sportklinik bietet verschiedene Tests an, berät bei Prothesen und arbeitet mit Herzspezialisten zusammen. Darüber hinaus arbeitet sie eng mit dem „Laboratoire de Recherche en Médecine du Sport“ (LRMS) des „Luxembourg Institute of Health“ zusammen, das seit fünf Jahren existiert.
Die Sportklinik ist fester Bestandteil des Sektors. Das „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL) hat der Sportklinik das Label „Centre Médical Olympique Luxembourgeois“ verliehen. Mit dem Sportministerium wurde eine Konvention abgeschlossen, insbesondere für medizinische Untersuchungen für das COSL und die Begleitung des Sportlycée. Auch mit der „Agence Luxembourgeoise Antidopage“ (ALAD) arbeitet die Sportklinik zusammen. So ist es kein Wunder, dass sie gestern während der Vorstellung des LIHPS mit einem Vertreter vor Ort war.

Unter den besten Zehn? Das und noch mehr soll in Zukunft drin sein, denn Luxemburgs Sportler sollen weiter oben mitmischen und nicht nur punktuell Spitzenleistungen bringen. Dafür braucht es noch die bestmögliche Betreuung und individuelle Förderung. Richten soll es das neue „Luxembourg Institute for High Performance in Sports“ (LIHPS), das als Organisationsstruktur Expertise und Infrastrukturen bündeln und damit im Sommer loslegen soll. Klares Ziel: 2020 noch besser vorbereitet nach Tokio gehen, wenn dort die Olympischen Sommerspiele stattfinden. „Im Fokus stehen auch andere internationale Wettkämpfe, ich glaube, dass wir ganz kurzfristig flotte Resultate sehen werden“, sagte Sportminister Romain Schneider gestern, als das Konzept in der „Coque“ vorgestellt wurde.

Doch bis 2020 muss wohl aber noch eine Lücke geschlossen werden. „Wir müssen immer ein bisschen auf die Konkurrenz schauen“, erklärt Heinz Thews, Sportdirektor des „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL) und führt aus, „immer mehr Nationale Olympische Komitees schaffen absolut herausragende Bedingungen für ihre Athleten.“ Doch bis dato haben die Spitzensportler in Luxemburg nicht immer die besten Bedingungen. Laut COSL-Präsident André Hoffmann geht es darum, in Luxemburg einen weltweiten Standard zu erreichen. „Denn das ist der Standard, den auch die Konkurrenz aus dem Ausland zur Verfügung hat.“ Sportdirektor Thews hat zwei große Arbeitsfelder ausgemacht: Zum einen müsse das Training optimiert werden, frei nach dem Motto „The best Training possible - every day!“. Allerdings sei es bis dato vorgekommen, dass man die luxemburgischen Sportler beim Training falschen Belastungen ausgesetzt habe, weil man etwa den Ermüdungszustand nicht richtig einschätzen konnte oder die Trainingshäufigkeit war nicht immer optimal auf Wettkämpfe zugeschnitten. Ziel des LIHPS sei daher, in allen Sportarten eine klare Analyse zu machen, wo die Athleten und die Konkurrenz stehen.

Verbände im Leistungssport einbinden

Dazu kommt die Entwicklung der Rahmenbedingungen, wo das LIHPS ebenfalls als eine mögliche Lösung dienen soll. Dazu gehören laut Thews Programme für Spitzentrainer, gezielter Wissenstransfer, aber auch eine bessere Betreuung der Spitzenathleten bei den Auslandsaufenthalten. Dabei gelte es aber auch, alle Verbände im Leistungssport einzubinden und dann Verantwortlichkeiten im Trainingsprozess festzulegen. Bei dem zweiten Arbeitsfeld soll es darum gehen, eine Angebotsstruktur in Luxemburg zu schaffen, die auch die noch nicht vorhandenen Dienste den Trainern und Athleten zur Verfügung stellt. Dazu gehört eine ausgewogene Balance in der Zusammenarbeit von COSL und den Verbänden, so Thews weiter.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden als LIHPS-Partner das „High Performance & Recovery Center“ (HPTRC) der „Coque“ und das „Centre Médical Olympique Luxembourgeois“ (CMOL) gewonnen. Die Idee des LIHPS geht auf „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL), Sportministerium und „Société Luxembourgeoise de Médecine du Sport“ zurück. Finanziell gestemmt wird das Ganze in diesem Jahr zunächst über 600.000 Euro, die das Sportministerium an Coque und LIHPS gibt, und für einen LIHPS-Zubau zum Sportzentrum Differdingen sind im Fünfjahresplan Mittel reserviert. Allerdings räumt COSL-Sportdirektor Thews auch ein, dass man auch in Zukunft auf ausländische Sportzentren zurückgreifen müssen wird. Sportminister Schneider aber glaubt, dass sich Aufwand und Investitionen lohnen. Sportliche Erfolge seien ein Markenzeichen und eine Investition in ein positives Bild von Luxemburg.