LUNEX-Sportuniversität ist offen für Zusammenarbeit
Die Sportklinik Eich ist Teil des Konzepts
Unter den besten Zehn? Das und noch mehr soll in Zukunft drin sein, denn Luxemburgs Sportler sollen weiter oben mitmischen und nicht nur punktuell Spitzenleistungen bringen. Dafür braucht es noch die bestmögliche Betreuung und individuelle Förderung. Richten soll es das neue „Luxembourg Institute for High Performance in Sports“ (LIHPS), das als Organisationsstruktur Expertise und Infrastrukturen bündeln und damit im Sommer loslegen soll. Klares Ziel: 2020 noch besser vorbereitet nach Tokio gehen, wenn dort die Olympischen Sommerspiele stattfinden. „Im Fokus stehen auch andere internationale Wettkämpfe, ich glaube, dass wir ganz kurzfristig flotte Resultate sehen werden“, sagte Sportminister Romain Schneider gestern, als das Konzept in der „Coque“ vorgestellt wurde.
Doch bis 2020 muss wohl aber noch eine Lücke geschlossen werden. „Wir müssen immer ein bisschen auf die Konkurrenz schauen“, erklärt Heinz Thews, Sportdirektor des „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL) und führt aus, „immer mehr Nationale Olympische Komitees schaffen absolut herausragende Bedingungen für ihre Athleten.“ Doch bis dato haben die Spitzensportler in Luxemburg nicht immer die besten Bedingungen. Laut COSL-Präsident André Hoffmann geht es darum, in Luxemburg einen weltweiten Standard zu erreichen. „Denn das ist der Standard, den auch die Konkurrenz aus dem Ausland zur Verfügung hat.“ Sportdirektor Thews hat zwei große Arbeitsfelder ausgemacht: Zum einen müsse das Training optimiert werden, frei nach dem Motto „The best Training possible - every day!“. Allerdings sei es bis dato vorgekommen, dass man die luxemburgischen Sportler beim Training falschen Belastungen ausgesetzt habe, weil man etwa den Ermüdungszustand nicht richtig einschätzen konnte oder die Trainingshäufigkeit war nicht immer optimal auf Wettkämpfe zugeschnitten. Ziel des LIHPS sei daher, in allen Sportarten eine klare Analyse zu machen, wo die Athleten und die Konkurrenz stehen.
Verbände im Leistungssport einbinden
Dazu kommt die Entwicklung der Rahmenbedingungen, wo das LIHPS ebenfalls als eine mögliche Lösung dienen soll. Dazu gehören laut Thews Programme für Spitzentrainer, gezielter Wissenstransfer, aber auch eine bessere Betreuung der Spitzenathleten bei den Auslandsaufenthalten. Dabei gelte es aber auch, alle Verbände im Leistungssport einzubinden und dann Verantwortlichkeiten im Trainingsprozess festzulegen. Bei dem zweiten Arbeitsfeld soll es darum gehen, eine Angebotsstruktur in Luxemburg zu schaffen, die auch die noch nicht vorhandenen Dienste den Trainern und Athleten zur Verfügung stellt. Dazu gehört eine ausgewogene Balance in der Zusammenarbeit von COSL und den Verbänden, so Thews weiter.
Um diese Ziele zu erreichen, wurden als LIHPS-Partner das „High Performance & Recovery Center“ (HPTRC) der „Coque“ und das „Centre Médical Olympique Luxembourgeois“ (CMOL) gewonnen. Die Idee des LIHPS geht auf „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL), Sportministerium und „Société Luxembourgeoise de Médecine du Sport“ zurück. Finanziell gestemmt wird das Ganze in diesem Jahr zunächst über 600.000 Euro, die das Sportministerium an Coque und LIHPS gibt, und für einen LIHPS-Zubau zum Sportzentrum Differdingen sind im Fünfjahresplan Mittel reserviert. Allerdings räumt COSL-Sportdirektor Thews auch ein, dass man auch in Zukunft auf ausländische Sportzentren zurückgreifen müssen wird. Sportminister Schneider aber glaubt, dass sich Aufwand und Investitionen lohnen. Sportliche Erfolge seien ein Markenzeichen und eine Investition in ein positives Bild von Luxemburg.


