LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Das Luxemburger Quartett Five Cent Cones feilt konsequent an seinem Sound

Anlässlich der Release-Party von Angel at My Table gab es Mitte Mai auch Gastauftritte von Thoughts of the 4 und von Five Cent Cones. Letztere Band, mit den zwei Sängern und Gitarristen Philipp Noppeney sowie Christoph Arendt am Bass und dem Drummer Michel Hubert, hat kurz vor diesem Konzert ihre aktuelle Single „Dreamer“ samt Videoclip veröffentlicht. Wir haben mit den jungen Musikern gesprochen.

Five Cent Cones spielen seit über drei Jahren zusammen. Stand von vornherein fest, in welche musikalische Richtung es gehen sollte?

Gilles Auf gar keinen Fall. Zwar einigten wir uns anfangs auf einen Indie-Rock/Garage-Rock Sound, doch dieser variierte im Laufe unserer Entwicklung mehrmals. Die Lieder, die wir nach und nach geschrieben haben, spiegelten stark die musikalische Richtung wieder, die wir zu dem Moment am meisten hörten. Ganz nach dem Motto: Das spielen, worauf wir gerade Lust haben. Jedes Lied konnte man also mit einer oder mehreren Bands assoziieren, ohne dass wir als Band einen richtigen „roten Faden“ in unseren Songs hatten. Im Laufe der Zeit änderte sich dies allerdings. Wir wurden erwachsener und reifer, und ich denke dass wir mit unseren neuen Liedern nicht mehr weit von einem typischen „Five Cent Cones Sound“ entfernt sind.

2012 kam schon die erste EP „Behind Inconspicious Doors“ heraus. Hattet ihr einen großen kreativen Schub oder wolltet ihr unbedingt eine Platte herausbringen?

Christophe Unser erstes Album enthält die ersten Songs, die wir geschrieben haben und dokumentiert unsere ersten Schritte als Band. Noch auf der Suche nach der Richtung, in die wir uns stilistisch begeben wollten, ermöglichte uns diese EP eine größere Anzahl an Konzerten, sowie Erfahrungen. Von einem richtigen kreativen Schub kann man also nicht reden, sondern eher von einem Startschuss, um unsere Lieder unter die Leute zu bringen.

Im gleichen Jahr gab es dann gleich zwei Preise im Rahmen des Screaming Fields-Festivals. Welche Bedeutung haben diese Auszeichnungen für euch?

Michel Die Auszeichnung für die beste Performance hat uns schon sehr geehrt. Zudem wurde „Tired of being Tired“ als bestes Lied gewählt, was dem Ganzen die Krone aufsetzte. Für uns war dies ein Motivationsschub, um neue Lieder zu schreiben und noch weiter an unserer Live-Performance zu arbeiten.

Anschließend habt ihr etwas ganz anderes gemacht und die Musik zu einem Tanzstück geschrieben?

Christophe Ja, genau. Es war Serge Tonnar, der nach dem Screaming Fields zu uns kam und das Projekt „de leschten Dag...an e Stéck vun der Nuecht“ vorstellte. Wir schrieben also mit ihm die Musik zu diesem Stück. Da wir viel mit Genres experimentierten, ermöglichte dies das praktische Kennenlernen einer größeren musikalischen Diversität und eine Herausforderung, die Musik in die Tänze einzubinden. In Zusammenarbeit mit Sylvia Camarda, die Tänzer aus dem ganzen Land zusammenbrachte, führten wir das Stück mehrmals im Cube521 und in der Escher Kulturfabrik auf.

Vor kurzem habt ihr eure neue Single „Dreamer“ veröffentlicht. Inwiefern unterscheidet sie sich von dem älteren Material?

Michel Tatsächlich unterscheiden sich neue Songs wie „Dreamer“ grundlegend von dem alten Material. Ich denke, dies liegt daran, dass wir textlich sowie instrumental erwachsener und reifer geworden sind. Die Lieder sind kompletter und teilweise anspruchsvoller. In unserem aktuellen Live-Set spielen wir beispielsweise nur noch eins der acht Lieder, die auf der EP waren.

Das dazugehörige Video ist ein wenig angsteinflößend. Wer hatte die Idee zum Clip und wer hat ihn gedreht?

Gilles Der Clip wurde im Rahmen des „Brand Your Band Contest“ gedreht, welchen wir 2013 gewonnen hatten. Die Jungs von „BYB“ übernahmen das Recording des Liedes und übergaben die Produktion des Clips wegen Zeitmangels an die luxemburgischen „Maps and Mazes“, bekannt u.a. für den Videoclip von Rufus Ready („Tidal Wave“) oder Angel At My Table („Silverlight“). Die Idee hatte der Regisseur Laurent Prim, der sie dann mit seinem Kollegen Serge Benassutti umsetzte.

In den kommenden Wochen werdet ihr in der Großregion auftreten und eine kleine Tour in Portugal machen. Was verschlägt euch an den Atlantik?

Christophe 2013 verbrachte die Band schon einen Sommer in Loivos und lebte im Haus von unserem fünften Mitglied, Christian Lage, der seine Wurzeln in diesem Dorf hat. Wir verbrachten unsere Zeit damit, neue Lieder zu schreiben und hatten ebenso ein kleines Konzert.

Wir wollen in diesem Monat wieder nach Portugal reisen und eine kleine Tour im Norden des Landes durchziehen. Es ist nicht nur ein schönes Land, das aus einer sehr offenen und freundlichen Gemeinschaft besteht, sondern bietet uns als Band eine gewisse Isolation, die wir brauchen, um uns auf unseren Studiobesuch im August vorzubereiten. Außerdem ist es interessant, vor Leuten zu spielen, die uns nicht kennen, und andere musikalische Gewohnheiten haben.

Weiter habt ihr eine neue EP in Planung. Wie viele Stücke sind eingeplant und wo soll die Scheibe aufgenommen werden?

Michel Was die Anzahl an Songs angeht, sind wir uns noch nicht im Klaren. Wir haben durch unsere kreative Pause viel neues Material gesammelt und können es nicht erwarten, es den Leuten vorzustellen. Allerdings sind wir momentan noch bei den Vorbereitungen und haben demensprechend noch keine richtigen Entscheidungen getroffen. Wie es scheint, werden wir allerdings Anfang August ins Studio gehen.


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