LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Gesundheits- und Landwirtschaftsminister räumen „Piraten“-Zweifel an Wildbret-Qualität aus

Wildfleisch gilt allgemein als gesund und wenig belastet, nicht zuletzt weil es fettarm und frei von Medikamentenrückständen ist. Die Piratenpartei ist offensichtlich ganz anderer Ansicht, denn dort sorgt man sich um die Hygiene des erlegten Wildes und auch über mögliche Belastung des Wilds mit Schwermetallen, Bakterien und Cäsium. Der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen sorgt sich angesichts der herbstlichen Jagdsaison und des steigenden Konsums von Wildfleisch um die hygienischen Bedingungen des Transportes vom Jagdrevier zum Schlachthaus beziehungsweise zu einer Wildkammer. Ob die Kühlkette gesichert sei, die Einhaltung kontrolliert werde und wer für die Gesundheitsbescheinigung des Wildfleisches zuständig sei? Würden vorgeschriebene Transport- und Lagerzeiten eingehalten?

Zweifel am Wildfleisch

Die letzte Frage von Goergen an Landwirtschaftsminister Romain Schneider und Gesundheitsminister Etienne Schneider überrascht, da sie den gängigen Erkenntnissen diametral entgegensteht: „Ass de Landwirtschaftsminister der Meenung, dass de Konsum vu Wëldfleesch onbedenklech ass?“ Gesundheitsminister Etienne Schneider erläutert in seiner Antwort für beide Ministerien, dass die hygienischen Bedingungen für Wildfleisch auf europäischem Recht beruhen. Juristisch entspricht der Jäger damit einem Lebensmittelproduzenten und muss entsprechende Regeln einhalten. Es liege außerdem im Interesse der Jäger, das aufgebrochene Wild so schnell wie möglich zu kühlen. Die Mitnahme von Kühlwagen oder -Anhängern sei bei einer Reihe von Jagden üblich.

Die in den Wildkammern (ateliers de traitement de gibier) angelieferten Tierkörper würden von der Veterinärinspektion untersucht, um sie als genusstauglich einstufen zu können. Sauen würden außerdem noch auf Trichinen untersucht.

Schneider: Ein gesundes Lebensmittel

Laut dem Gesundheitsminister wurden in den letzten Jahren keine der von Goergen angesprochenen Substanzen in heimischem Wildfleisch entdeckt, trotz regelmäßiger Untersuchungen.

Auch Cäsium (Fallout des Kraftwerksunglücks von Tschernobyl 1986) konnte nicht nachgewiesen werden. Schneider versichert, dass selbst Erreger der afrikanischen Schweinepest - die noch nicht in Luxemburg nachgewiesen wurde - für den Menschen harmlos sind. Schneider stellt fest: „…Deemno kann ee festhalen (…), dass d’Wëldfleesch ee’natierlecht a gesond Liewensmëttel duerstellt.“