LUXEMBURG
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Sieben Fragen an die LSAP-Abgeordnete Cécile Hemmen

In unserer diesjährigen Sommerserie lassen wir eine Reihe von Politikern zu Wort kommen und schickten ihnen drei seriöse und vier eher lockere Fragen zu. Interessiert haben uns die Fraktionsvorsitzenden bzw. Gruppenanführer der im Parlament vertretenen Parteien sowie die Parteipräsidenten beziehungsweise Parteisprecher - die „Gesichter“ der Parteienfamilie sozusagen. Befragt wurden aber auch die neuen Gesichter des Politikbetriebs: Die Abgeordneten, die nach den vorgezogenen Wahlen vom vergangenen Oktober neu im Parlament sind.

Zu ihnen zählt die ehemalige RTL-Journalistin, die Sozialistin und Süd-Abgeordnete Cécile Hemmen (58), die seit 2011 die Geschicke der Gemeinde Weiler-la-Tour als Bürgermeisterin lenkt.

Wie haben Sie die ersten sieben Monate in Ihrer neuen Funktion erlebt?

Cécile Hemmen Ich kam mir zeitweilig vor als hätte ich eine große Entdeckungsreise angetreten. Ich befand mich des öfteren auf absolutem „Neuland“. Die politischen Themen waren mir natürlich nicht unbekannt und auch meine Einstellungen standen fest. Es galt nun das „modus vivendi“, d.h. die Vorgehensweise zu erlernen, wie z.B. Ausschüsse geleitet werden oder wie der Ablauf in der Kammer erfolgt. Desweiteren musste ich in den ersten Monaten geschickt meine Termine des Bürgermeisteramts mit denen der Abgeordneten abstimmen.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

Hemmen Eigentlich waren alle Dossiers wichtig für mich, da es jedes Mal Arbeiten waren, denen ich in der Praxis und sehr nah schon begegnet bin. Die Gesetzesentwürfe, die ich in der Kammer selber vorstellen durfte, hatten natürlich eine ganz besondere Bedeutung, sei es im Sport- oder im Gesundheitsbereich. Große Momente waren vor allem die Abstimmung über die Homo-Ehe oder die Zustimmung, die die Kammer dem Bau der Tram gab. Bei diesen großen Projekten gab es jedes Mal Grund zum Feiern, da viele meiner Abgeordnetenkollegen über Jahre an diesen Gesetzen mitgearbeitet haben. Ich war stolz, schlussendlich mitgeholfen zu haben, dass der Stein sozusagen nun rollt.

Welches sind für Sie die Prioritäten für die Rentrée?

Hemmen Es liegt mir persönlich am Herzen, dass die Dossiers in meinen Ausschüssen (ich bin Präsidentin vom Gesundheits-, Sport- und Chancengleichheitsausschuss) gut vorankommen und dass alle Mitglieder auch weiterhin „im Dienst der Sache“ arbeiten, so wie wir es uns anfangs vorgenommen haben. Des weiteren freue ich mich auf die Vorbereitungsarbeiten in Richtung Referendum, wo viele interessante und wichtige Themen im Vorfeld noch diskutiert werden. Was uns die Petitionen noch bringen werden, kann man jetzt noch nicht voraussehen. Auch das Budget wird uns viel beschäftigen - alles in allem sehe ich sehr viele Prioritäten und das in fast allen Bereichen.

Wohin fahren Sie in den Urlaub und warum?

Hemmen Da ich meine politischen Aufgaben im absoluten Alleingang erledige, ist es mir wichtig, meine Freizeit, sprich Urlaub, größtenteils mit meiner Familie zu verbringen. Da ich eine Naturliebhaberin bin, ist mein Obstgarten einer meiner Lieblingsplätze, ansonsten werde ich mir eine kleine Auszeit im Süden Frankreichs gönnen.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Hemmen Ich werde versuchen, dass Schwimmen an der Tagesordnung sein wird, besonders wenn ich am Meer sein werde. Hier in Luxemburg ist für mich die intensive Arbeit im Obstgarten schon schön anstrengend und ersetzt mit Sicherheit die besten Sportübungen.

Welche Bücher planen Sie im Urlaub zu lesen?

Hemmen Eigentlich wünsche ich mir immer wieder, dass ich Zeit bekomme, um „leichte Kost“ zu lesen. In dieser Hinsicht lade ich mir das ganze Jahr über fleißig interessante Bücher auf mein Kindle, besonders dann wenn ich etwas über neue Schriftsteller höre. Allerdings verfalle ich aber immer öfter den „professionnellen“ Dokumentationen oder themenorientierten Büchern, die mir dann Aufschluss geben über alles das, was ich im Laufe des Jahres an Wissen brauche. War ich seit 2011 eher Gemeinde- orientiert, so habe ich dieses Jahr neben meinem Kindle auch verschiedene Jahresberichte im Gepäck.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Hemmen Als (ganz) frühere RTL-Radiomoderatorin von unter anderem der Sendung „Chansons françaises“ bin ich meinem Genre treu geblieben. Da ich viele Interviews mit „großen“ Sängern gemacht habe, ist es immer wieder schön sich über Minuten an die 70er und 80er Jahre zu erinnern. Um nach einem arbeitsreichen Tag auszuspannen, ist aber Klassik ganz willkommen - entweder im Auto oder wenn nur möglich in der Philharmonie.