LUXEMBURG
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Mehr Delikte als 2017: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 weist 37.288 Fälle aus - Eigentumsdelikte sind gestiegen, personenbezogene Taten leicht gesunken

Nach den etwas hitzigen Tagen rund um das Polizeiwesen präsentierten gestern die Verantwortlichen mit dem zuständigen Minister François Bausch die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018. Diese führt aus, dass insgesamt 37.288 Fälle (2017: 36.721; 2016: 38.537) von der Polizei erfasst wurden. Auf 100.000 Einwohner sind dies 6.194 Delikte. „Und doch ist es in Luxemburg noch sehr gut zu leben“, sagte Donat Donven, der stellvertretende Generaldirektor der Polizei, im Rahmen seiner Ausführungen.

Dabei sind die Delikte gegen das Eigentum um fast 600 auf 22.915 angestiegen. Delikte gegen Personen sind auf 7.409 (von 7.568 im Jahr 2017) gesunken, „dies ist ein positives Zeichen“, sagte Donven.

Einbrüche und Einbruchsversuche sind von 3.365 im Jahr 2017 auf 3.667 im Jahr 2018 angestiegen. Darunter fallen 1.512 Einbrüche in Wohnhäuser, 630 in unbewohnte Räumlichkeiten, die anderen wurden im Versuchsstadium erfasst.

Neun Raubüberfälle (mit Waffengewalt) auf Geschäfte und zwei Überfälle auf Tankstellen werden in der Statistik aufgeführt. Die Raubdelikte, Diebstähle mit Gewalt, sind leicht um 16 Fälle auf 401 gesunken. Handydiebstähle sind quasi gleichgeblieben mit 156 Fällen. 468 Fahrräder (2017: 254) wurden gestohlen, ferner 265 Autos. Diebstähle in all ihren Formen wurden von der Polizei mit 10.422 Fällen registriert, 10.213 waren es im Jahr 2017.

2018 wurde in drei Mordfälle in Luxemburg ermittelt – noch nicht aufgeklärt -, an einem Mordfall im Ausland wurde von Luxemburger Beamten mitgearbeitet.

Körperverletzungsdelikte wurden 2.607 erfasst, 2017 waren es noch 2.690. Angestiegen ist die häusliche Gewalt, 739 Fälle wurden hier 2018 erfasst, es kam zu 231 Verweisungen. 2017 waren es 715 Fälle und 217 Verweisungen. Bezüglich eines Widerstandes gegen Beamte wurden 2018 69 Fälle gegenüber 61 im Jahr 2017 registriert, in 250 Fällen wurde wegen verbotener Waffen ermittelt. Ein Anstieg auf 3.003 Fälle (von 2.683 im Jahr 2017) weist der Bereich Drogenkriminalität (mit drei Szenen) auf. Die diesbezüglichen Verhaftungen stiegen von 183 (2017) auf 232 im letzten Jahr. Dabei wurden 214.333 Gramm Cannabis sichergestellt, 2.858 Gramm Heroin und 346.825 Gramm Kokain.

Die Aufklärungsquote der Polizei, „nicht mit gerichtlichem Abschluss“, sagte Donven, lag bei rund 50,7 Prozent, 2017 waren es 44,6 Prozent, wobei Einbrüche und auch die Drogenkriminalität weiter Hauptaugenmerk der Polizei bleiben würden – „mit entsprechenden Kampagnen, auch zusammen mit dem Ausland, verbunden“, wie gestern präzisiert wurde.

Reform wird weiter umgesetzt

Und unter dem Strich wurde festgestellt: „Wir haben noch Punkte, wo angesetzt werden muss“, sagte Bausch, vor allem im Bereich der Personalrekrutierung, sind doch von 80 freien Plätzen bei der Polizei nur 40 besetzt worden. „Wir wollen daher neue Wege gehen“, sagte Bausch weiter. „Bei einem Bild der Chaostruppe, das in der Öffentlichkeit vermittelt wird, ist es natürlich schwer, Bewerber zu finden. Da muss sich etwas ändern.“ Es müsste ein positiveres Bild der Polizei vermittelt werden – und die Polizeireform, meinte Bausch, sei noch nicht abgeschlossen. Was die Übernahme der Gefangenentransporte oder besser eine mögliche Abgabe an das Justizpersonal anbelangt, wodurch Polizisten freigesetzt werden würden, Justizminister Braz aber ablehnt, gab es vom zuständigen Polizeiminister keine Stellungnahme.

Bezüglich einer ermittelten Stoß-Einsatzzeit zwischen 17.00 und 21.00, wie sie von der Generaldirektion ermittelt wurde und die sich, nach Donven, auf „mehr Verkehr oder auch Leute, die nachhause kommen und Einbrüche feststellen würden“ basiert, wolle man im Rahmen der Polizeireform weiter eruieren, Beamte effektiver einzusetzen, „dass die Leute nicht hinter dem Schreibtisch sitzen, und es kommt keiner auf die Wache“, sagte Donven.