LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Mandat niedergelegt: Vergewaltigung-Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt

Wegen dreifacher Vergewaltigung in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch sollte sich ein Luxemburger am gestrigen Montag vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten. Gegen den heute 46-Jährigen wurde von der Luxemburger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Prozess begann allerdings ohne den Verteidiger. Wie der Vorsitzende Richter bestätigte, legte der Anwalt sein Mandat nieder. Der Vorsitzende Richter erklärte, dass der Grund für den Rückzug eine unbezahlte Rechnung sei. Jetzt soll ein neuer Anwalt mit dem Dossier betraut werden. Der neue Anwalt soll Maître Philippe Stroesser sein. Der Prozess musste deshalb auf ein unbestimmtes Datum vertagt werden.

Aus der U-Haft entlassen

Patrick K. ist ein freier Mann. Die Tat mehr als sieben Jahre zurück. Doch Vergewaltigung verjährt erst nach 20 Jahren. Der 46-Jährige soll drei Frauen, darunter seine Ex-Ehefrau, vergewaltigt und gedrängt haben, gegen ihren ausdrücklichen Willen sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ex-Frau zwischen Ende 1999 und 2009 betroffen war. Wie es scheint, hat sie aber erst zwei Jahre danach ihren Mann wegen Vergewaltigung angezeigt. Die Vergewaltigungen der zwei anderen Frauen gehen auf 2008 und 2009 zurück.

Auf drei Tage ausgelegt

Die drei Frauen sind allem Anschein nach zum Prozess als Zeuginnen vorgeladen. Sie werden ihren mutmaßlichen Peiniger nach mehr als sieben Jahren wiedersehen. K. war zunächst in Untersuchungshaft gekommen, ist seit 2012 aber wieder frei. Der Mann hatte die Vorwürfe stets bestritten. Da eine Reihe von Experten und Zeugen vorgeladen sind, ist der Prozess auf drei Verhandlungstage anberaumt.