LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Patrick Rahme, CEO und Mitgründer des Golfer-Netzwerks All Square über seine ersten Schritte im Silicon Valley

Im Oktober geht die junge Start-Up All Square in eine neue Entwicklungsphase. Dann nämlich wird Patrick Rahme sich in San Francisco niederlassen, um die Golfer-Plattform weiter zu entwickeln. Zeitgleich wird sein Geschäftspartner Arthur de Rivoire nach Florida übersetzen. „Kalifornien und Florida sind in den USA die Hauptmärkte für den Golfsport“, erklärt Rahme.

Fünf Millionen Golfer in Europa, 28 Millionen in den USA

Überhaupt sei die Implantierung von All Square in den Vereinigten Staaten unerlässlich für den Erfolg der Start-Up. „In Europa gibt es etwa fünf Millionen Golfer und einen sprachlich aber auch von den Telekommunikationsnetzwerken her sehr fragmentierten Markt“, unterstreicht All Square’s CEO, „in den USA sind 28 Millionen Golfer aktiv, sie sprechen alle eine Sprache und hängen alle an einem Telekom-Netzwerk“. Der Schritt in diesen attraktiven Markt will natürlich gut durchgeplant sein. Das Wirtschaftsministerium hilft dabei: Es ermöglichte All Square Anfang 2014 einen dreimonatigen Aufenthalt im Start-Up-Inkubator „Plug and Play Tech Center“ in Sunnyvale, im Herzen des „Silicon Valley“, direkt neben Cupertino (Apple) und Mountain View (Google, LinkedIn, WhatsApp).

Auf dem Programm: Wissen wie man bei Investoren und Kunden ankommt, verstehen, wie man eine US-Firma gründet und welche Technologien man am besten anwendet. Außerordentlich wichtig ist aber vor allem das Networking. „Es gibt enorm viele Events“, erzählt Patrick Rahme, „und Netzwerken ist das A und O im Silicon Valley. Man muss mit seinem Konzept so viel Radau wie möglich machen“.

Dauernd gechallenged

Der CEO von All Square war überrascht, wie schnell man ins Silicon Valley-Netzwerk hinein findet: „Sie treffen sehr viele äußerst begeisterte und äußerst gescheite Köpfe aus der ganzen Welt“, sagt der 26jährige, der Betriebs- und Volkswirtschaft in Lausanne studierte, „wenn Sie einen kennen gelernt haben, bringt der beim nächsten Treffen gleich mehrere Freunde mit. Das ist schon faszinierend. Ich glaube nicht, dass es diese Atmosphäre irgendwo anders gibt auf der Welt“. „Außerdem“, fügt der All Square-Mitgründer hinzu, „wird ihre Geschäftsidee dauernd von den Leuten gechallenged. Sie bekommen laufend Feedback, positiv wie negativ, und das wiederum bringt Sie ständig auf andere Ideen. Doch die Idee ist ein Prozent des Erfolgs, die anderen 99 Prozent sind die Ausführung“.

Dafür braucht eine Start-Up ordentlich Kapital von Investoren, die bereit sind, ein gewisses Risiko zu gehen. Die findet man in den USA vor allem in Kalifornien: Laut Patrick Rahme sitzen 80 Prozent der Wagniskapital-Gesellschaften in einem Radius von 80 bis 100 Kilometern um die Silicon Valley.

Ganz nahe an den „Venture Capitalists“ dran

Gerade auch um diese „Venture Capitalists“ - die in Europa noch relativ selten sind, wie der All Square CEO bedauert - möglichst direkt anzusprechen, sei es wichtig für ein junges Technologie-Unternehmen, in Kalifornien Flagge zu zeigen.

Abschlag in Frisco

Das Golfer-Netzwerk, das von einer „aide aux jeunes entreprises“ des Wirtschaftsministeriums unterstützt wird, wird das in San Francisco tun. Die Metropole 70 Kilometer nordwestlich von der Silicon Valley bietet laut Patrick Rahme noch bessere Möglichkeiten, mit Investoren und Gleichgesinnten Unternehmern in Kontakt zu treten. Außerdem ist es All Square gelungen, einen Platz im renommierten Inkubator Runway in der Market Street zu bekommen. Twitter sitzt übrigens im gleichen Gebäude.

Doch nicht die ganze Mannschaft der Start-Up - derzeit sieben Vollzeit-Mitarbeiter und drei Praktikanten - wird über den Großen Teich setzen: Die Technologie-Abteilung bleibt nämlich in Luxemburg. Was auch damit zu tun hat, dass IT-Fachleute in Kalifornien nicht einfach zu finden sind. Manche würden die hohe Nachfrage dort sogar ausnützen, um sich „teurer zu verkaufen, als ihre Kompetenzen wirklich wert sind“, sagt Patrick Rahme, der sich auf den richtigen Abschlag von All Square in den USA freut.