BARTRINGEN
CLK

Erstmals „FemCities“-Konferenz in Luxemburg - Wege für mehr Frauen in der Politik ausgelotet

Das Netzwerk „FemCities“ setzt sich für mehr Geschlechtergleichheit ein und vor allem für den Austausch von erfolgreichen Modellen zur Förderung der stärkeren Beteiligung von Frauen in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsgremien auf regionaler und lokaler Ebene. Seit gestern und bis heute Nachmittag findet erstmals in Luxemburg die Jahrestagung der Initiative statt, mit Lokalpolitikerinnen aus Österreich, Deutschland, Kroatien und Serbien sowie einer Reihe von internationalen Experten.

Organisiert wurde die Tagung in Bartringen vom luxemburgischen Frauenrat und der Frauenförderung der Stadt Wien, unter der Schirmherrschaft des luxemburgischen Chancengleichheitsministeriums. Unter dem Motto „Women in political decision-making positions at local level“, diskutierten die Teilnehmerinnen über den Kampf gegen Vorurteile und Klischees über Frauen in der Politik, über Wege, die Geschlechtergleichheit in der politischen Entscheidungsfindung zu fördern und tauschten positive und negative Erfahrungen aus. Zum Auftakt der Konferenz gestern morgen, wartete Chancengleichheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) zunächst mit einer Reihe von Zahlen auf, um zu illustrieren, welche Bemühungen es noch braucht, Geschlechtergleichheit in der Politik zu erzielen. Lediglich 15 Prozent der Städte- und Gemeindeoberhäupter in Europa sind Frauen. Sie stellen lediglich 36 Prozent der Gemeinderäte. Im Großherzogtum sind heute 252 der 1.125 kommunalpolitischen Mandate in weiblichen Händen, in nur 13 der 105 Gemeinden steht eine Frau an der Spitze. Um mehr Damen für die kommunale Politik zu begeistern, hat das Chancengleichheitsministerium vor einigen Monaten eine Kampagne gestartet, die auch Diskussionsrunden beinhaltete, bei denen Frauen direkt mit kommunalen Mandatsträgerinnen über die Anforderungen der Politik diskutieren konnten. Die Aktion wird bis zu den Kommunalwahlen im Oktober 2017 weitergeführt. „Natürlich steht der Staat auch selbst in der Pflicht, um für mehr Geschlechtergleichheit zu sorgen“, unterstrich Lydia Mutsch.

Gesetz zur Frauenquote auf Wahllisten noch vor Jahresende

Die Regierung bemühe sich zum Beispiel, mehr Verwaltungsratsposten in Unternehmen mit staatlicher Beteiligung mit Beamtinnen zu besetzen. Bis zum 40 Prozent-Ziel gebe es aber noch viel zu tun. 40 Prozent Frauen auf den Wahllisten: Das soll den Parteien bekanntlich künftig vorgeschrieben werden, ansonsten sie öffentliche Unterstützungsgelder einbüßen. Lydia Mutsch hofft, dass das entsprechende Gesetz noch vor Jahresende grünes Licht vom Parlament erhält.


Mehr: www.femcities.at, www.mega.public.lu